Ein wichtiges Stück Kulturgeschichte ist das baden-württembergische Kultgebäck Brezel schon immer gewesen. Mit einem liebevollen Büchlein huldigt der Offenburger Pascal Cames der Brezel.
(Lesezeit: 2 Minuten)Über die perfekte Brezel lässt sich streiten. Schon allein deshalb, weil es die Brezel so gar nicht gibt. So manch Brezel bekommt keinen charakteristischen Teigschnitt vor dem Backen, was im Ländle nahezu undenkbar ist. Die einen mögen dicke Ärmchen, die anderen eher dünne und damit krossere. Und überhaupt: Gekreuzte Ärmchen oder mit Knoten? (Natürlich mit Knoten, am besten handgeworfen vom Bäckermeister.)
All diese Themen behandelt Pascal Cames in seinem kleinen Büchlein „Die Brezel“ auf 94 Seiten. In einer unterhaltsamen Sprache erzählt Cames die Geschichte des Laugengebäcks, das seinen Ursprung im Ländle hat – das „Brezelland“, wie er es nennt. Dennoch deklarieren gleich drei Regionen den Ursprung des Gebäcks. Während die wichtigste Legende den Hofbäcker Frieder aus Bad Urach zum Brezelkönig kürt und vor allem Schwaben dieser Legende huldigen, gibt es auch aus Bayern die Legende, dass ein Münchner Bäcker die Laugenbrezel erfunden haben will. Aber auch aus dem Elsass gibt es Stimmen, dass die Brezel hier erfunden wurde. Legenden, die Cames freilich nicht bestätigen kann, aber genau genommen ist all das auch nicht so wichtig. Viel interessanter und unbekannter sind die Bezüge des Gebäcks in die Kultur, mit denen sich das Buch ebenfalls beschäftigt.
Ergänzt wird das originelle Buch von zweifellos unnützem oder zumindest nicht ganz so wichtigem Wissen. Oder wussten Sie, dass eine Brezel mit durchschnittlich 1,5 Gramm Salz etwa ein Viertel des Salzbedarfs des Menschen bedeckt? Oder dass es einen „Brezelweg“ gibt, der jedoch keineswegs im Ländle liegt? Dazu gibt es fundierte Rezepte für verschiedene Arten von Brezeln (wer denn einen passenden Ofen zu Hause hat) und so Spezialitäten wie Brezelknödel und Brezelsuppe, die natürlich allesamt mit dem charakteristischen Laugengeschmack aufwarten.
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