Ohne Cocktails und Zelt – das erste Pforzheimer Barcamp

Nicht nur Pforzheimer treffen sich im EMMA Kreativzentrum

In Pforzheim fand am Freitag und Samstag (03.11./04.11.2017) das erste Pforzheimer Barcamp statt. Wer jetzt gleich Gedanken an alkoholtrinkende Freiluftübernachter hat, dem sei kurz das Prinzip eines Barcamps erklärt. Während eine gewöhnliche Tagung zum Beispiel aus Vorträgen von Referenten und Workshops der Teilnehmer besteht, findet ein Barcamp anfangs relativ unorganisiert statt. Man braucht nur Räumlichkeiten und ein paar Leute, die sich entweder zu einem bestimmten Thema (z.B. Fotografie) oder auch zu einer offenen Konferenz treffen möchten.

Große Anfangsrunde: Projekte und Gesprächsthemen werden vorgestellt.

Der Tagesplan ist in sogenannte Sessions unterteilt, die meistens 45 Minuten dauern. Zu Beginn trifft man sich in einer großen Runde und jeder, der ein Thema hat, bringt sein Anliegen vor. Durch Handzeichen findet man heraus, ob sich weitere für das Gleiche interessieren und so findet sich dann eine Kleingruppe zusammen. Hat jeder sein Projekt vorgestellt gibt es am Ende einen Tagesplan und jeder der Anwesenden kann zu der Kleingruppe gehen, für deren Thema er sich interessiert.

Offen für Alles – „Bunter als Gold“

Beim ersten Pforzheimer Barcamp handelte es sich um ein sogenanntes offenes Camp. Nach der Eingangsrunde war der Platz auf der Pinwand recht eng geworden und es war ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. So stand zum Beispiel auch ein Vortrag von Nils Pawlik über eine Intensivstation im Irak auf dem Plan, die von „Ärzte ohne Grenzen“ betreut wurde. Sigrid Bellitto ist Naturheilkunde-Beraterin und kam aus Bilfingen nach Pforzheim, um eine Gesprächsrunde über effektive Mikroorganismen anzubieten. Dana Diezemann kam mit einem 45minütigen Vortrag zum Thema: „Ich bin im falschen Körper – holt mich hier raus“ und berichtete kurzweilig über ihr Leben.

Interessante Einblicke über die Arbeit in einer Intensivstation bei Ärzte ohne Grenzen gab es bei einer Präsentation im EMMA.

Aber auch technische Vorträge wie zum Beispiel die Nutzung von „Instagram“ oder dem Kurznachrichtendienst „Twitter“ finden viele interessierte Zuhörer. Und während im einen Seminarraum das Strategiespiel GO wird erklärt sitzen im nächsten Raum die Teilnehmer und unterhalten sich über das Thema Trauer.

Kontakte knüpfen beim Mittagessen

Der Vorteil an solchen Veranstaltungen ist zweifelsfrei das unkomplizierte Kennenlernen von anderen Menschen. Während bei vielen Veranstaltungen schon durch Namensschilder sofort erkennbar ist, ob das Gegenüber einen Professorentitel hat oder eine Firma leitet, wird dies beim Barcamp dadurch vermieden, dass alle nur durch ihre Vornamen bekannt sind. Bei einer ganz zwanglosen Unterhaltung „per Du“ lässt es sich gleich viel lockerer reden. Und wenn es dann tatsächlich zum Austausch von Kontaktdaten kommt, sieht man ja immer noch rechtzeitig, ob man sich mit dem Generaldirektor einer großen Bank unterhalten hat.

Vorfreude auf’s nächste Camp

Am Abend des zweiten Tages waren durch die Reihe weg nur positive Stimmen zu hören. Angefangen über die hervorragende Organisation durch das Team über die abwechslungsreiche Verpflegung durch einen ortsansässigen Veranstaltungskoch mit seinem Team bis hin zu den großartigen Teilnehmern, die durch ihre Beiträge das Barcamp erst so richtig zum Leben erwachen liesen. Möchten sie weitere Informationen, so finden sie diese auf der Internetseite des Barcamp Pforzheim
oder geben sie bei twitter den Suchbegriff #bcpf17 ein.

Bilder der Veranstaltung finden sie HIER.

Abends wird in gemütlicher Runde das mittags neu gelernte Spiel ausprobiert.
Über Björn Fix 100 Artikel
Björn Fix, Jahrgang 1970, passionierter Fotoreporter und ständiger Mitarbeiter bei PF-BITS seit der ersten Stunde. Als gut informierter, zuverlässiger und gern gesehener Zuschauer und Beobachter ist er vor allem zuständig für aktuelle und "fixe" Berichterstattungen aus der Region. Als "Embedded Journalist" arbeitet er bei Bedarf vollkommen mobil aus der tiefsten Provinz heraus.