Vorsicht, Erkältung!

„Wir können nicht über ein leeres Wartezimmer klagen“, so Hausarzt und Internist Ralf Fuhrmann, den der Autor dieses Textes sicherheitshalber am Telefon befragt hat. Alle normalerweise für Notfälle reservierten Terminplätze sind belegt und es werden Überstunden geschoben, um die Patientenflut zu bewältigen. Das Praxisteam fragt auch schon bei eingehenden Anrufen nach den Leitsymptomen der Patienten, um dringliche und akute Fälle von einfacheren Erkältungen zu trennen.

Fuhrmann vermisst bei vielen Patienten vor allem Selbsthilfe als Hilfe. „Leider ist in unserer Gesellschaft sehr viel Wissen über bewährte Hausmittel nicht mehr präsent“, so Fuhrmann weiter. Viele Patienten seien schlicht ratlos, so bald die Erkältung zuschlägt.

Grippe oder grippaler Infekt?

Auch wenn beide Begriffe ähnlich sind, gibt es doch Unterschiede zwischen der Grippe und dem grippalen Infekt. Der wichtigste Unterschied ist, dass die meisten Menschen vor allem mit dem grippalen Infekt zu tun haben, der jedoch häufig ähnlich heftig zutage tritt, wie eine echte Grippe. Während die echte Grippe durch Influenza-Viren ausgelöst werden, sind für grippale Infekte eine ganze Reihe von Viren die Schuldigen.

Ein grippaler Infekt beginnt meist schleichend, mit erhöhter Temperatur und einem Hustenreiz. Die Nase schwillt zu, leichte bis mittelschwere Kopfschmerzen gesellen sich zu meist leichten Gliederschmerzen, der Hals beginnt zu kratzen. Der Infekt dauert in der Regel ein bis zwei Wochen.

Die echte Grippe kommt schlagartig von jetzt auf nachher. Das Fieberthermometer steigt auf 39 bis 40 Grad, der Patient leidet meist unter Schüttelfrost. Meist gibt es keinen Schnupfen, dafür jedoch schmerzhaften trockenen Husten und starke Schluckbeschwerden. Ebenfalls stark vertreten sind Gliederschmerzen und Abgeschlagenheit. Eine echte Grippe dauert in der Regel zwei bis drei Wochen.

Für beide Krankheitsarten gilt: Die Viren werden vor allem durch Tröpfcheninfektion verteilt, also durch Husten, Niesen oder auch schon durch normales Sprechen.

Wenn es losgeht, dann geht es los

Beginnt eine Grippe oder ein grippaler Effekt, dann ist das in der Regel nicht mehr zu ändern. Im Falle einer Grippe lässt sich innerhalb der ersten 48 Stunden mit Virostatika möglicherweise der Krankheitsverlauf lindern. Ansonsten muss der Patient durch die Erkältung durch. Die adäquate Behandlungsstrategie ist hier vor allem die Linderung der Symptome.

In der Praxis von Ralf Fuhrmann werden daher ausführlich die Symptome abgefragt und dann über die Therapie entschieden. Gegen verstopfte Nasen helfen Schleimlöser, Husten wird mit Hustenstillern bekämpft, starke Kopfschmerzen mit Schmerzmittel. Ansonsten macht Fuhrmann das, was nicht viele Ärzte machen: Das Wissen über die bewährten Hausmittel weitergeben, beispielsweise über Wadenwickel, die bei einer 30minütigen Behandlung das Fieber um 1 bis 1,5 Grad senken können.

„Was sehr wichtig ist, ist die Zufuhr von Wasser“, sagt Fuhrmann. „Dem Körper geht durch Schwitzen, der Unlust auf Essen und Trinken und nicht zuletzt durch den Körperstress Flüssigkeit verloren, was unbedingt ausgeglichen werden muss.“ Neben Tees und normalen Getränken empfiehlt der Internist auch ein klassisches Hausmittel: Die Hühnerbrühe. Tatsächlich gibt es Anzeichen dafür, dass die Bestandteile einer Hühnerbrühe antientzündlich wirken.

Schonen und beobachten

Für alle Erkältungsarten gilt, sich zu schonen und möglichst Bettruhe zu halten. An Arbeiten werden erkältete Patienten vermutlich sowieso kaum denken können, dennoch sei es wichtig, so Fuhrmann, auf Sport und größere körperliche Aktivitäten zu verzichten, um eine Erkältung nicht zu verschleppen.

Dazu gehöre dann auch, die Krankheitssymptome zu beobachten. Verfärbe sich beispielsweise der Schleim in Richtung Gelb, Braun oder Grün, müssen tatsächlich schwerere medikamentöse Geschütze aufgefahren werden. Solche Komplikationen lassen sich aber meist schon durch eine körperliche Schonung vermeiden.

Infektionen vermeiden

Fuhrmann empfiehlt auch Gesunden, die derzeitige Erkältungswelle sorgsam zu beobachten: „Meiden Sie wennmöglich größere Menschenansammlungen, waschen Sie sich häufiger die Hände.“ Wer schon krank ist, sollte darauf achten, nicht einfach in die Umgebung zu niesen oder zu husten, sondern die Hand oder besser ein Taschentuch vor das Gesicht zu halten.

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Besim Karadeniz (bka), Jahrgang 1975, ist Autor und Erfinder von PF-BITS seit 2016. Er ist beruflich selbstständiger Web-Berater und -Entwickler. Neben PF-BITS betreut er mehrere weitere Online-Projekte und kann auf einen inzwischen über zwanzigjährigen Online-Erfahrungsschatz zurückblicken. Neben der technischen Betreuung von PF-BITS schreibt er regelmäßig Artikel und Kolumnen und ist zuständig für den Kontakt zu Partnern und Autoren.