Tag der offenen Tür beim Technischen Hilfswerk

Beim Tag der offenen Tür des Technischen Hilfswerk präsentierte die Hilfsorganisation bei diversen Vorführungen  ihr technisches Können und zeigte ihren Fuhrpark. Es gibt fast keine Situation, auf welche das THW nicht entsprechend reagieren kann. Ob bei einem Hochwasser, einem großen Brand oder einer Personenrettung aus einem Haus, für alle Fälle sind die Ehrenamtlichen gerüstet, um die örtliche Feuerwehr zu unterstützen oder selbstständig zu agieren.

Wenn Beton durch Sauerstoff flüssig wird

Bei einer spektakuläre Übung zeigten zwei Mitarbeiter des THW den Einsatz einer Sauerstoff-Lanze. Mit speziellen hitzebeständigen Anzügen sind sie mit Atemschutz ausgerüstet. Durch ein langes Rohr strömt gasförmiger Sauerstoff mit hohem Druck und die Flamme, die am Ende brennt, entwickelt Temperaturen von über 1000 Grad. Diese reichen aus, auch Stoffe mit sehr hohem Schmelzpunkt zum Schmelzen zu bringen. Dieses Verfahren wird beispielsweise eingesetzt, wenn man sich in eingestürzten Gebäuden Zugang schaffen muss oder wenn Stahl und Metallteile getrennt werden müssen.

Mit der Sauerstoff-Lanze wird sogar Beton flüssig.

Mit dem Radlader durch die Flammen

Ein besonderes Fahrzeug ist ein großer Radlader, der durch seine auswechselbaren Anbaugeräte zu einem vielseitig einsetzbaren Hilfsmittel wird. Erst Mitte Juli kam er wieder zum Einsatz bei einem Brand, bei dem 500 Heuballen in der Nähe vom Kutscherweg in Flammen aufgegangen waren. Mit Atemschutz ausgerüstet kann der Fahrer direkt an die Heuballen heranfahren und diese auseinanderziehen, damit dann die Feuerwehr die Löscharbeiten übernehmen kann.

Strohballen können nicht gelöscht werden, wenn sie aufgestapelt liegen und dann in Brand sind. Hierzu wird mit dem Radlader das brennende Material auseinander gezogen, damit die Feuerwehr die Löscharbeiten übernehmen kann. Hier sieht man erst auf den zweiten Blick, dass sich inmitten der Flammen ein Fahrzeug befindet. Archivbild Fix | März 2012

Bergen mit schwerem Gerät

Behutsam ergreift das kleine Mädchen mit der Rettungsschere den Tischtennisball, der auf einem Verkehrsleitkegel liegt und balanciert ihn vorsichtig zum Ablageplatz. Was hier von den Besuchern spielerisch ausprobiert werden darf, ist für die Mitarbeiter des Technischen Hilfswerk Pforzheim der Alltag bei ihren Einsätzen. Deshalb wird der Umgang mit den unterschiedlichsten Gerätschaften regelmäßig trainiert, damit im Notfall zum Beispiel eingeklemmte Personen aus Fahrzeugen gerettet werden können.

Wenn der normale Zugang nicht mehr möglich ist

Ebenfalls sehr anschaulich wird eine Höhenrettung demonstriert. Als Szenario ist vorgegeben, dass eine verletzte Person in einem Haus eingeschlossen ist. Der Zugang zum zweiten Stockwerk ist durch den Hausflur nicht möglich, da dieser eingestürzt ist. Die Frauen und Männer des THW kommen mit dem Gerätewagen mit Blaulicht und Martinshorn angefahren, die Mannschaft sitzt ab und bekommt vom Gruppenführer genaue Anweisungen. Dann sitzt jeder Handgriff. Während der Ersthelfer über eine erste Leiter zum Opfer vordringt, bereiten die anderen mit gekonnter Routine Seile und Ausziehleitern vor, mit denen das Opfer dann in einer Rettungsschale nach unten gebracht wird.

Höhenrettung anschaulich dargestellt – die Rettungspuppe wird auf den Boden gebracht.

Mit rund 80.000 ehrenamtlichen Helfern in 668 Ortsverbänden ist das THW in Deutschland vertreten. Wenn sie Interesse an einer ehrenamtlichen Tätigkeit haben, wenden sie sich gerne an die Geschäftsstelle des THW Pforzheim. Regelmäßige Treffen finden montags um 19 Uhr in der Villinger Straße 19 statt, ausführliche Informationen finden sie im Internet unter www.thw-pforzheim.de

Über Björn Fix 146 Artikel
Björn Fix (bf), Jahrgang 1970, passionierter Fotoreporter und ständiger Mitarbeiter bei PF-BITS seit der ersten Stunde. Als gut informierter, zuverlässiger und gern gesehener Zuschauer und Beobachter ist er vor allem zuständig für aktuelle und "fixe" Berichterstattungen aus der Region.