Virtuell einkaufen bei Schrey

Schrey-Verkäufer Steven Backenstos berät Kunden online via WhatsApp und Videogespräch.

Sporthaus macht aus der Not eine Tugend und bietet Kunden eine kostenlose Online-Kaufberatung und Bestellmöglichkeit.

(Lesezeit: 4 Minuten)
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Es hat schon etwas von einer Fernsehliveübertragung, die Steven Backenstos, Verkäufer bei Intersport Schrey, um Punkt 9 Uhr vorbereitet. Noch schnell den Hemdkragen gerichtet, ein Blick auf die Uhr und dann wird schon die Verbindung aufgebaut. In diesem Fall jedoch nicht zu einem Fernsehsatelliten, sondern mit einem Videogespräch per WhatsApp zu einer Kundin. 20 Minuten lang ist die Kundin nun mit Steven verbunden.

Für Betriebe, die ihren Schwerpunkt vor allem im stationären Vertrieb haben, ist die derzeitige Corona-Situation eine Herausforderung. Auch das Sportgeschäft Intersport Schrey auf der Wilferdinger Höhe ist davon betroffen. Während die Umsätze dramatisch einbrechen, laufen die meisten Kosten natürlich weiter und auch das volle Warenlager kostet Geld. Eine Situation, die für das 40-köpfige Schrey-Team eher Ansporn ist. Geschäftsführerin Nicole Kaelber kommentiert die Motivation daher trocken und klar: „Es liegt mir nicht im Blut, nichts zu tun.“

Und nun macht Intersport Schrey vor, wie mit moderner Technik etwas aus dieser Situation gemacht werden kann. Neben täglichen Produkt-Livestreams, die immerhin deutlich über 100 Abrufe auf verschiedenen Kanälen erreichen, kann auch weiterhin eingekauft werden.

Kernstück bei Schrey ist eine vollständig virtuelle Kundenberatung via WhatsApp-Messenger. Niemandem, der ein Smartphone besitzt, muss heutzutage WhatsApp erklärt werden und dementsprechend niedrig sind auch die Einstiegshürden. Zusammen mit einer Möglichkeit zur Terminvereinbarung und einer einfachen Kaufabwicklung wird ein richtiges virtuelles Kaufserlebnis hergestellt.

Das Rezept dabei ist die Verbindung unterschiedlicher Softwarewelten zu einer umfassenden Lösung. „Wir richten schon seit mehreren Jahren unsere IT auf cloud-basierte Systeme aus, die sich mit wenig Aufwand miteinander verbinden lassen“, so Geschäftsführerin Nicole Kaelber. Hört sich kompliziert an, ist aber erstaunlich einfach zu nutzen.

Begonnen wird der Einkauf mit einer klassischen Terminvereinbarung auf einer eigenen Seite. Mit Name und Kontakttelefonnummer gibt der Interessent auf einer Web-Seite auch einen Terminwunsch an. Vorgeschlagene Zeiträume gibt es in Schritten von 20 Beratungsminuten den ganzen Tag. Schon bei der Reservierung kann der Interessent angeben, für was genau Interesse besteht und Intersport Schrey bestätigt nach kurzer Zeit so eine Wunsch.

Schrey-Verkäufer Steven Backenstos berät Kunden online via WhatsApp und Videogespräch.

Zum vereinbarten Zeitpunkt ruft dann ein Mitarbeiter des Sporthauses beim Interessenten via WhatsApp und Videogespräch an und schon beginnt die virtuelle Kundenberatung. Ist mit der Reservierung ein Beratungswunsch angegeben worden, steht der Mitarbeiter bereits in der Nähe der entsprechenden Produktkategorie und kann sofort mit seiner Kernkompetenz loslegen – das persönliche Beratungsgespräch. Mit der Fachkunde, die es nur in so einem persönlichen Beratungsgespräch geben kann, lässt sich ein Produkt anschauen, mit anderen Produkten vergleichen und vom Verkäufer detailliert erklären. Die obligatorischen Fragen nach Schuhgrößen und Hinweise, beispielsweise die Empfehlung für die Bestellung bestimmter Schuhe in einer Nummer größer, gehören da dazu.

Bezahlung via PayPal

Hat sich der Käufer für ein Produkt entschieden, wird der Kaufpreis durchgegeben und die Adresse des PayPal-Accounts, auf den der Käufer den Kaufpreis übertragen muss. Kommt der Betrag dort an, geht auch schon die bestellte Ware via Paketdienst auf die Reise.

In unserem beobachteten Fall war das Beratungsgespräch mit Steven schon nach zehn Minuten zu Ende. Zwar gab es keinen Produktverkauf, aber immerhin hat die Kundin trotzdem ein Geburtstagsgeschenk gefunden und für 300 Euro gehen nun Geschenkgutscheine auf die Reise.

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Besim Karadeniz (bka), Jahrgang 1975, ist Autor und Erfinder von PF-BITS seit 2016. Er ist beruflich selbstständiger Web-Berater und -Entwickler. Neben PF-BITS betreut er mehrere weitere Online-Projekte und kann auf einen inzwischen über zwanzigjährigen Online-Erfahrungsschatz zurückblicken. Neben der technischen Betreuung von PF-BITS schreibt er regelmäßig Artikel und Kolumnen und ist zuständig für den Kontakt zu Partnern und Autoren.