Warmwasser im Haushalt im Gleichgewicht zwischen Energiesparen und Gesundheit

Zum Schutz vor Legionellen empfiehlt das Gesundheitsamt eine Warmwassertemperatur von mindestens 60 Grad Celsius.

(Lesezeit: 2 Minuten)

Energiesparen ist in aller Munde und gerade bei der Warmwasseraufbereitung im Haushalt böte sich Gelegenheit, einmal so richtig an der Verbrauchsschraube zu drehen und die Warmwassertemperatur abzusenken. Dass das nur mit Bedacht gemacht werden sollte, darauf weist das Gesundheitsamt hin.

Bei einer Absenkung der Warmwassertemperatur besteht nämlich die Gefahr, dass es in den Leitungssystemen der Haushaltsinstallation leicht zu einer Verkeimung mit so genannten Legionellen kommen kann. Diese bakteriellen Keime vermehren sich vor allem in Temperaturbereichen zwischen 25 und 45 Grad Celsius und dabei insbesondere in stehendem Wasser, beispielsweise eben in Warmwasserboilern oder Leitungssystemen. Legionellen können beim Menschen zu einer Vielzahl an Krankheitsbildern führen, unter anderem auch zu lebensbedrohlichen Lungenentzündungen, wenn die Keime eingeatmet werden, beispielsweise während des Duschens.

Zur Vermeidung von Ansiedlungen von Legionellen im Warmwassersystem eines Hauses oder Haushaltes sollte daher die Warmwassertemperatur auf rund 60 Grad Celsius eingestellt sein, da bei diesen Temperaturen Legionellen abgetötet werden. Für größere Warmwasseranlagen (Großanlagen) schreibt die Trinkwasserverordnung (kurz: TrinkwV) vor, dass der Betreiber die Pflicht zur Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik beim Betrieb einer Wasserversorgungsanlage hat. Zur Vermeidung einer Vermehrung von Legionellen in Trinkwasser-Installationen von Gebäuden fordert das DVGW-Arbeitsblatt W 551, als allgemein anerkannte Regel der Technik, in Systemen mit zentraler Trinkwassererwärmung Mindesttemperaturen für das erwärmte Trinkwasser. Am Austritt des Trinkwasser-Erwärmers in einer Großanlage muss danach eine Temperatur von 60 Grad Celsius dauerhaft eingehalten werden.

Besim Karadeniz
Über Besim Karadeniz 3316 Artikel
Besim Karadeniz (bka), Jahrgang 1975, ist Autor und Erfinder von PF-BITS seit 2016. Er ist beruflich selbstständiger Web-Berater und -Entwickler. Neben PF-BITS betreut er mehrere weitere Online-Projekte und kann auf einen inzwischen über 25-jährigen Online-Erfahrungsschatz zurückblicken. Neben der technischen Betreuung von PF-BITS schreibt er regelmäßig Artikel und Kolumnen und ist zuständig für den Kontakt zu Partnern und Autoren.