Stadt ordnet Zahlen zur Bewerbung als europäische Kulturhauptstadt

In einer Pressemitteilung möchte Bürgermeisterin Sibylle Schüssler die „in der öffentlichen Diskussion und in der Berichterstattung“ unterschiedliche Zahlen zum finanziellen Aufwand einer europäische Kulturhauptstadt Pforzheim und einer europäische Kulturregion Nordschwarzwald, die sich teilweise widersprächen, ordnen.

„Erstmals in Europa“, führt die Dezernentin in die Aufklärung zum Zahlenwerk ein, „ist die Wirtschaft bereit, die komplette Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt zu finanzieren. Ein klares Bekenntnis zu Pforzheim und der Region, ein deutliches Zeichen für die erkannte wirtschaftliche Relevanz einer solchen Bewerbung. Eine Bewerbung schlägt in den Haushalten, ausgenommen eines notwendigen personellen Aufwands, also mit Null Euro zu Buche.“

Die Stadt Pforzheim schätzt den finanziellen Gesamtaufwand bei einem Zuschlag zur Europäischen Kulturhauptstadt, einschließlich Personalkosten, auf ungefähr 40 Millionen Euro. Hierbei bezieht sie sich auf Einschätzungen ausgewiesener Fachleute und Vergleiche mit „ehemaligen“ europäischen Kulturhauptstädten. „Ein eins zu eins Vergleich ist hier natürlich nicht angebracht, hier gilt es eher, angedachte Konzepte zu vergleichen und in Relation zu setzen“, so Schüssler.

Der Gesamtaufwand verteile sich dabei folgendermaßen auf zu erwartende Gelder:

  • 10 Millionen Euro aus Fördermitteln der Europäischen Union
  • 10 Millionen Euro Fördermittel des Bundes
  • 10 Millionen Euro Fördermittel des Landes
  • 10 Millionen Euro Eigenanteil

Bei einer Teilnahme von Pforzheim im Schulterschluss mit der Region Nordschwarzwald, also den Landkreisen Freudenstadt, Calw und dem Enzkreis, die selbstverständlich unter dem Vorbehalt deren Zustimmung steht, wäre wiederum ein Anteil von etwa vier Millionen Euro als Eigenanteil der Stadt Pforzheim anzunehmen, und jeweils zwei Millionen für die Landkreise. Diese verteilen sich auf sieben Jahre und stellen somit einen hochgerechneten jährlichen Aufwand von ca. 286.000 Euro für die Landkreise und rund 572.000 Euro für die Stadt Pforzheim dar. Bei Durchführung der Ornamenta II in der ursprünglich angedachten Konzeption und als Teil der Europäischen Kulturhauptstadt reduziert sich der Pforzheimer Anteil ebenfalls auf knapp 300.000 Euro. Sponsorengelder und vorhandene Kulturfördermittel können die kreiseigenen und städtischen Aufwände weiter reduzieren.

„Wie beim ‚Jubiläumsfestival 2017 – 250 Jahre Goldstadt Pforzheim‘, gibt es auch zur Kulturhauptstadt deutliche Signale aus der Wirtschaft, auch hier maßgeblich mitzuwirken und die angenommenen jährlichen Eigenanteile mehr als deutlich schrumpfen zu lassen. Beim einjährigen Schmuckjubiläum waren 79 Unternehmen aus Stadt und Region mit immerhin fantastischen 2,4 Millionen Euro dabei, bei einem städtischen Aufwand von 2 Millionen“, so die Kulturbürgermeisterin.

(Pressemitteilung Stadt Pforzheim/bka)

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