Was bedeutet das Oechslefest für Sie? (1)

Goldi, das Goldstadt-Maskottchen beim Oechslefest

Eigentlich würden derzeit bei diesem schönen Sommerwetter viele Menschen auf den Marktplatz zum Weinfest pilgern. Eigentlich. Nun findet es dieses Jahr in unseren Herzen statt.

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Das beliebte und traditionsreiche Pforzheimer Weinfest, das vom 21. August bis 6. September 2020 zum nunmehr 35. Mal hätte stattfinden sollen, fällt dieses Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer. Und auch wenn der Pforzheimer Marktplatz nun leer steht – wir haben bei Machern, Künstlern und Weinfreunden nachgefragt, was Ihnen das Oechslefest bedeutet.

Waltraud Knöller ist eine der Macherinnen des Oechslefestes. Sie organisiert mit ihren Kolleginnen und Kollegen das beliebte Weinfest und kaum hat man sie an den Veranstaltungstagen auf dem Fest gesehen, ist sie auch schon wieder weg und eilt weiter, weil irgendetwas organisiert werden muss.

Was bedeutet das Oechslefest für sie, Frau Knöller?

„Es ist eine andere Situation, als in den vergangenen 25 Jahren. Ich als Mitarbeiterin vom Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim WSP habe die verschiedenen Veranstaltungen in Pforzheim mitorganisiert.

Das Oechslefest hat einen großen Platz eingenommen und man ist da schon mit Herzblut dabei, um dieses beliebteFest zu gestalten. Nachdem wir in diesem Jahr schweren Herzens absagen mussten, denkt man in dieser Zeit an alle, die jetzt daheim sitzen und ihre Arbeit nicht machen können.

Es sind nicht nur die Wirte, die ihre Lauben nicht öffnen dürfen, da hängen so viele weitere Menschen und Schicksale hinten dran. Die Bands, die Bühnenbauer und Techniker, die Bedienungen, das Reinigungspersonal auf den Toiletten, die Beschicker der Lauben, Metzger und Bäcker aus der Region, denen auf einen Schlag die Existenzgrundlage fehlt.

Das alles stimmt schon sehr traurig und wir sind in Gedanken bei ihnen.“

Waltraud Knöller, Mitarbeiterin der WSP ist in Sachen Oechslefest immer auf Achse.

Herr Daudert, wie fühlen Sie sich in diesem Jahr ohne Oechslefest?

Frank Daudert ist der Wirtesprecher der Oechslefest-Gastronomen und betreibt seit vielen Jahren mit Herzblut die „Enzauenstuben“.

„Das Oechslefest ist in Pforzheim das gastronomische Highlight und wir freuen uns immer sehr darauf. Es tat sehr weh, als wir von der Absage des diesjährigen Festes gehört haben.Besonders für die Mitarbeiter und die Zulieferer ist das nicht schön. Das Wetter hätte jetzt ja optimal gepasst, wir sehnen uns nach der Wiedereröffnung.“

Und wie fühlen Sie sich ohne Oechslefest, Herr Fuhrmann?

Ralf Fuhrmann ist Stadtrat, Fraktionsgeschäftsführer der SPD-Gemeinderatsfraktion und arbeitet als hausärztlicher Facharzt für innere Medizin in eigener Praxis in der Nordstadt.

„Das Oechslefest ist das identitätsstiftende Fest in Pforzheim, da zeigt Pforzheim seine ganze bunte Vielfalt. So viele Menschen kommen zusammen und feiern friedlich. Dass viele das Fest dieses Jahr so vermissen, zeigt seine Bedeutung für die Stadt.“

SPD-Stadtrat Ralf Fuhrmann (links) und Wirtesprecher Frank Daudert

Sie vermissen auch das Oechslefest und möchten wenigstens in Fotos der vergangenen Jahre schwelgen? Auf Ritschratsch-Klick.de veröffentlichen wir jeden virtuellen Oechslefest-Tag eine Bildergalerie mit den schönsten Bildern.

Über Björn Fix 224 Artikel
Björn Fix (bf), Jahrgang 1970, passionierter Fotoreporter und ständiger Mitarbeiter bei PF-BITS seit der ersten Stunde. Als gut informierter, zuverlässiger und gern gesehener Zuschauer und Beobachter ist er vor allem zuständig für aktuelle und "fixe" Berichterstattungen aus der Region.