Schlosskirche virtuell besuchen

Projektteam für das Virtual-Reality-Projekt der Schlosskirche Pforzheim, von links: Jeff Klotz (Historische Inhalte), Paul Hoffer (Dokumentationsfilm), Gerhard Baral (Projektfinanzierung, Heike Reisner-Baral (Förderverein der Schlosskirche Pforzheim), Mike Wunderlich (3D-Spezialist), Melanie Kalcher (Sprecherin), Christoph Timm (Historiker und ehemaliger Denkmalpfleger der Stadt Pforzheim)

3D-Ansicht der Schlosskirche ermöglicht im Web die virtuelle Besichtigung weite Teile der Schlosskirche. Weitere Bereiche werden folgen.

(Lesezeit: 3 Minuten)

Das hat die altehrwürdige Schlosskirche Pforzheim wohl bisher noch nicht gesehen. Eine Woche hat 3D-Spezialist Mike Wunderlich damit verbracht, die Schlosskirche digital zu scannen – mit gewaltigen Datenmengen als Ergebnis: Aus 200 Gigabyte Positionsdaten und über 3.600 Fotos entstand ein digitales Abbild der Kirche, aufgebaut mit über 3,2 Millionen Polygonen. Und nun vollständig für Besucher im Webbrowser „begehbar“.

Ursprünglicher Wunsch war, die Schlosskirche in allen Details sichtbar zu machen und auch architektonisch zu archivieren. Letzteres war dann auch eine Möglichkeit, eine entsprechende Förderung des Landes Baden-Württemberg zu erhalten. Gerhard Baral, der für das Finanzierungskonzept verantwortlich zeichnete und zusammen mit dem Förderverein der Schlosskirche das Projekt durchführte, konnte darüber hinaus eine Reihe von Sponsoren, darunter die Sparkasse Pforzheim Calw, die Werner-Wild-Stiftung, das J.S. Klotz Verlagshaus, die Löbliche Singergesellschaft von 1501, das Kulturamt Pforzheim und das WSP begeistern, die allesamt das Projekt unterstützten.

Ergebnis ist nun die Website schlosskirche-pforzheim.guide, die mehreres leisten kann. Zum einen kann sich der Besucher anhand der eingebauten Führung durch das Gebäude leiten lassen. Untermalt ist diese virtuelle Führung mit Erklärungstexten des Historikers Jeff Klotz, die von Melanie Kalcher eingelesen wurden.

Gleichzeitig bietet sich aber für den Besucher auch eine vollständig freie Kameraführung durch die Virtualität an, wenn die Führung einfach angehalten wird und dann Computermaus oder Finger bemüht wird. So sind spektakuläre Ansichten aus Positionen möglich, die in der Realität kaum möglich sind. Zudem sind mit Glockenturm und Dach schon jetzt Bereiche digital begehbar, die für Besucher die meiste Zeit unzugänglich sind.

Fortsetzung folgt

Digitale Abbilder haben einen Vorteil – sie können erweitert werden, ohne dass wieder von vorn begonnen werden muss. Bis Ende des Jahres soll nun auch die Gruft der Schlosskirche folgen, im nächsten Jahr dann noch 360°-Fotos der gesamten Kirche. Die gibt es derzeit aus technischen Gründen nur vom Museum Johannes Reuchlin. Wunderlich sieht aber auch noch weitere Möglichkeiten wie beispielsweise Einzelansichten von Grabsteinen oder der einzelnen Fenster. Und so ist Barals Schlusssatz gleichzeitig auch eine freundliche Aufforderung: „Bleiben Sie begeistert in Pforzheim.“

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Besim Karadeniz (bka), Jahrgang 1975, ist Autor und Erfinder von PF-BITS seit 2016. Er ist beruflich selbstständiger Web-Berater und -Entwickler. Neben PF-BITS betreut er mehrere weitere Online-Projekte und kann auf einen inzwischen über 25-jährigen Online-Erfahrungsschatz zurückblicken. Neben der technischen Betreuung von PF-BITS schreibt er regelmäßig Artikel und Kolumnen und ist zuständig für den Kontakt zu Partnern und Autoren.