Enzkreis muss „Corona-Notbremse“ aufheben

Grafische Darstellung des Corona-Virus SARS_CoV-2 (Grafik: Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAMS)

Mutmaßlich die deutlich geringere Teststrategie am Osterwochenende führt zu einem mehrtägigen Neuinzidenzwert von unter 100 im Enzkreis.

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Der eingebaute Automatismus bei der „Corona-Notbremse“ sorgt im Enzkreis nun für eine skurrile Situation: Nachdem das Landesgesundheitsamt an fünf Tagen in Folge für den Enzkreis eine 7-Tage-Inzidenz unter 100 pro 100.000 Einwohner vermeldet hat, hebt der Enzkreis die erst am Karfreitag erlassene Allgemeinverfügung zur sogenannten „Notbremse“ wieder auf. Da gestern und heute auch im Enzkreis die Zahl der positiv gemeldeten Fälle gegenüber den Osterfeiertagen deutlich angestiegen sind, ist es mit großer Wahrscheinlichkeit der Effekt der nachlaufenden 7-Tage-Inzidenzberechnung, die zu einem vermeintlichen Absinken des Infektionsgeschehens führt. Festgestellt wurde heute eine 7-Tage-Inzidenz von 89 im Enzkreis (Vorwoche: 111) und 89 in Pforzheim (Vorwoche: 100). Landes- und bundesweit steigen die 7-Tage-Inzidenzzahlen in der Zwischenzeit wieder sichtbar an.

Dennoch dürfen damit ab dem morgigen Freitag, 9. April 2021 wieder vorläufig Einzelhändler zum „Click&Meet“-Verfahren umschwenken, also Terminvereinbarungen für Kundenbesuche anbieten. Ebenfalls können nun Museen, Galerien und Betriebe, die körpernahe Dienstleistungen anbieten, wieder öffnen. Erlaubt ist ebenfalls wieder die Öffnung von Außen- und Innensportanlagen für den Amateur- und Freizeitsport und Musikschulen dürfen im Rahmen der geltenden Kontaktbeschränkungen wieder Präsenzunterricht anbieten.

Diesen Automatismus gibt uns die Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg klar vor“, erklärt Landrat Bastian Rosenau die Amtshandlung. „Unsere Verfügung hat in beiden Fällen lediglich einen feststellenden Charakter. Als Landkreis haben wir hier keinen Spielraum.“ Dennoch sei die Feststellung, dass der Inzidenzwert im Enzkreis aktuell nicht weiter ansteige, „natürlich erfreulich“, so Rosenau.

Damit man die Lockerungen „in Kürze“ nicht wieder zurücknehmen müsse, fordert Rosenau auf, dass sich „alle nach wie vor strikt an die AHA-Regeln halten“. Das heißt Masken tragen, wo immer es enger zugeht, und die Kontakte auf das absolut Notwendige reduzieren. Erlaubt sind aktuell maximal fünf Personen aus nicht mehr als zwei Haushalten, Kinder bis einschließlich 14 Jahre ausgenommen. Paare, die nicht zusammenleben, gelten als ein Haushalt. Zudem wirbt der Landrat für die inzwischen vielen Testmöglichkeiten.

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