Unternehmen Exklusiv-Hauben Gutmann wieder insolvent

Firmengebäude "Exklusiv-Hauben Gutmann" in Pforzheim

Amtsgericht lehnt Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung ab. IG Metall erleichtert und interessiert an "langfristig tragfähige Lösung".

(Lesezeit: 3 Minuten)

Die Pforzheimer Firma Exklusiv-Hauben Gutmann ist erneut insolvent, wie Medien und die IG Metall Pforzheim mitteilen. Laut Angaben der IG Metall wurde bereits am 25. März 2021 ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Diesem Antrag hat das Amtsgericht Pforzheim in seinem Beschluss vom 29. März nicht stattgegeben, sondern ein übliches Verfahren angestoßen und dafür zahlreiche Gründe angeführt.

Gründe dafür gäbe es in der Tat reichlich, wie die IG Metall konstatiert: Bis 13. April 2021 müsse die Betriebsimmobilie wegen Mietrückständen geräumt sein, ohne dass eine Ersatzimmobilie bereitstehe. Weiter seien die Entgelte und das Kurzarbeitergelt der Beschäftigten schon seit mehr als einem halben Jahr verspätet bezahlt worden. Einige Beschäftigte warteten immer noch auf die Bezahlung ihres Februargehalts, so Arno Rastetter, Sprecher der IG Metall Pforzheim.

Rastetter ist stinksauer: „Dieser Schritt hätte schon längst erfolgen müssen und hat auch, wenn überhaupt nur bedingt mit Corona zu tun erklärt er. Geschäftsführer Manuel Fernandez habe immer wieder Versprechungen gemacht und sie anschließend nicht eingehalten. Dies trifft sowohl für die Bezahlung der Ansprüche aus dem Plan Insolvenzverfahren zu, bei dem noch einige Forderungen von Beschäftigten offen seien, die Bezahlung der Mitrückstände am derzeitigen Produktionsstandort, als auch die pünktliche Bezahlung der Löhne und Gehälter.“

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Holger Blümle von der Kanzlei Schultze & Braun in Karlsruhe bestellt, der auch im vorangegangenen Planinsolvenzverfahren 2018 tätig war. Vom Verwalter erwarte die IG Metall „in einem ersten Schritt die Sicherung des Betriebsvermögens und die Sicherung der Entgelte“. Die ausstehenden Gehaltszahlungen an die Beschäftigten müssten vorrangig geleistet werden, so Rastetter. Weiter müsse „umgehend“ die Investorensuche eingeleitet werden „um noch zu retten, was zu retten ist“.  Die Produkte seien zwar hochpreisig aber in jedem Fall Ihr Geld wert, so der Gewerkschafter. Für den weiteren Verlauf sei für die IG Metall Pforzheim zum einen wichtig, möglichst viele Beschäftigte zu halten, aber auch eine langfristig tragfähige Lösung zu finden. Dies werde schwierig genug, so Raststetters Einschätzung. Die Beschäftigten träfe jedenfalls keine Schuld an der Misere. Die hätten sich eher viel zulange ruhig verhalten, so seine Einschätzung

Dem Amtsgerichtes Pforzheim hingegen, stellt der Gewerkschafter ein gutes Zeugnis aus. Sowohl die Entscheidung gegen ein Verfahren in Eigenverwaltung, als auch die Deutlichkeit der Begründung seien in vollem Umfang zu unterstreichen, erklärt der Sprecher der IG Metall Pforzheim.

(Pressemitteilung IG Metall Pforzheim, bka)

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