99 Stühle als Symbol für sicheren Hafen für Geflüchtete

99 Stühle als Symbol für Geflüchtete aus Afghanistan (Foto: privat)

Rund 200 Menschen nehmen an Mahnwache für die Situation in Afghanistan teil.

(Lesezeit: 2 Minuten)

Mit 99 leeren Stühlen wurde am Samstagmittag auf dem Marktplatz eine Mahnwache für die derzeitige Lage in Afghanistan abgehalten. Die Mahnwache, die maßgeblich von Gerhard Baral aus dem Bündnis „Pforzheim nazifrei“, Christiane Quincke, Dekanin der evangelischen Kirche Pforzheim gestaltet wurde, soll, so Baral in seiner Begrüßung, ein Zeichen dafür sein, dass das Schicksal der Menschen in Afghanistan ihnen und den Teilnehmern der Mahnwache nicht egal sei. 40 Millionen Menschen, so Baral weiter, leben „in Angst vor einer völlig ungewissen Zukunft“ und diejenigen, die geglaubt hatten, dass die letzten 20 Jahre der Beginn einer neuen Zukunft sein könnten, seien fallengelassen worden. Es müsse nun mehr alles dafür getan werden, dass die Menschen, die nach Deutschland geflohen seien, hier eine langfristige Lebensperspektive erhalten und diejenigen, die in Sicherheit gebracht werden müssen, diese aus gewährt werde.

Gerade in Deutschland wisse man, so Christiane Quincke in ihrer Rede, wie schnell Leben bedroht sein könne: „Wir wissen, was es heißt, wenn Menschen unter einer Gewaltherrschaft leiden müssen. Wir wissen, was es heißt, dass Menschen sich verstecken müssen und einfach Angst um ihr Leben haben. Wir wissen, was es heißt, wenn Menschen nicht mehr fliehen können, weil niemand sie aufnehmen will. Aus diesem Wissen wächst unsere Verantwortung für die Achtung der Menschenwürde.“

Darum könne es uns nicht egal sein, was in Afghanistan passiere, da es uns alle betreffe, dass „dort eine Gewaltherrschaft errichtet wird, eine Gewaltherrschaft, die weder Meinungsfreiheit noch Religionsfreiheit oder gar die Gleichberechtigung zwischen Männer und Frauen oder auch den Schutz von Minderheiten zulässt“.

Zwischen den Ansprachen von Gerhard Baral und Christiane Quincke sprach die erst 14-jährige Haniyeh Hassanzadeh, die 2015 nach Deutschland geflüchtet ist und unter anderem von der von den Taliban praktizierten Zwangsheirat spricht, weil sich so die Taliban „so schnell wie möglich vermehren wollen“.

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Besim Karadeniz (bka), Jahrgang 1975, ist Autor und Erfinder von PF-BITS seit 2016. Er ist beruflich selbstständiger Web-Berater und -Entwickler. Neben PF-BITS betreut er mehrere weitere Online-Projekte und kann auf einen inzwischen über 25-jährigen Online-Erfahrungsschatz zurückblicken. Neben der technischen Betreuung von PF-BITS schreibt er regelmäßig Artikel und Kolumnen und ist zuständig für den Kontakt zu Partnern und Autoren.