Impfambulanz setzt verstärkt auf Moderna-Impfstoff

Biontech-Impfstoff soll ausschließlich Personen unter 30 Jahren vorbehalten sein.

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Der Moderna-Impfstoff „Spikevax“ ähnelt als so genannter mRNA-Wirkstoff dem am häufigsten in Deutschland eingesetzten Biontech-Impfstoff „Comirnaty“. Das wiederum führt dazu, dass inzwischen sehr häufig nach dem Biontech-Impfstoff gefragt wird und der Moderna-Impfstoff auf Halde bleibt. So häufig, dass der derzeit geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in einer verunglückten öffentlichen Äußerung eine Rationierung des Biontech-Impfstoffes zugunsten von Moderna forderte.

Am kommenden Montag, 29. November 2021 setzt nun die Impfambulanz in der Pforzheimer Bahnhofstraße bei Personen über einem Alter von 30 Jahren ausschließlich nur noch Moderna-Impfstoff ein. Damit reagiert das Landratsamt, bei dem auch das für die Stadt Pforzheim und den Enzkreis zuständige Gesundheitsamt angesiedelt ist, auf die Ankündigung des Bundesgesundheitsministeriums, die Liefermengen von Biontech ab sofort einzuschränken. Wer jünger als 30 Jahre ist, erhält in der Impfambulanz entsprechend der aktuellen medizinischen Empfehlungen ausschließlich Biontech-Impfstoff – gleichgültig, ob es sich um eine Erst-, Zweit- oder eine Auffrischungsimpfung handelt.

„Mit Moderna haben wir eine gute Ergänzung zu Biontech“, so Gesundheitsamtsleiterin Dr. Brigitte Joggerst. „Die beiden Impfstoffe sind sich laut Paul-Ehrlich-Institut sehr ähnlich, bei beiden werden Botenstoffe, so genannte mRNA, gespritzt, so dass der menschliche Körper Antigene des Coronavirus produziert, auf die er dann im zweiten Schritt Antikörper herstellt. Auch der Institutschef empfiehlt, sich mit Moderna boostern zu lassen.“

Moderna-Impfstoff kann Immunität erhöhen

Moderna vertrage sich zudem mit sämtlichen anderen Stoffen, die bei vorangegangenen Impfungen zum Einsatz gekommen sein könnten – gleichgültig ob Astra-Zeneca, Johnson&Johnson oder Biontech. Wer zunächst den Impfstoff von Biontech oder Johnson&Johnson erhalten hat, könnte sogar besser geschützt sein, wenn die Auffrischungsimpfung mit Moderna erfolgt, was nach Expertenmeinung auch daran liegen könnte, dass der Moderna-Impfstoff höher dosiert ist, als der von Biontech und eine Zweit- bzw. Drittimpfung in vielen Fällen eine deutlich höhere Reaktion auslöst, als die Erstimpfung.

Einige Monate nach der zweiten Impfdosis sinkt laut Dr. Joggerst der Schutz vor einer symptomatischen Covid-19-Erkrankung je nach Impfstoff mehr oder weniger stark: „Im Vergleich mit Biontech und Astra-Zeneca schneidet der Impfstoff von Moderna hier jedoch am besten ab. Seine Schutzwirkung beträgt nach 6 bis 7 Monaten noch vergleichsweise starke 60 Prozent“, so die Expertin.

(Pressemitteilung Landratsamt Enzkreis, bka)

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