Kundgebung „#zusammenhalten“ als friedliches Zeichen

Kundgebung des Bündnis "#zusammenhalten" auf dem Waisenhausplatz am 31. Januar 2022 (Foto: Indigo Pictures/Paul Hoffer)

Rund 500 Demonstranten bilden Gegenkontrast zu Demo von rund 5.000 Impfgegnern. Antisemitismusbeauftragter des Landes als Redner.

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Gleich zwei „Montagsdemonstrationen“ gab es ab gestrigen Montag in Pforzheim. Während auch gestern rund 5.000 Impfgegner und Kritiker der Corona-bedingten Einschränkungen trommelnd in einem Demonstrationszug durch die Stadt zogen, organisierte das Bündnis „#zusammenhalten“ auf dem Waisenhausplatz eine Kundgebung mit rund 500 Teilnehmern, die nach der Kundgebung dann noch eine corona-konforme Menschenkette vom Waisenhausplatz bis zur Rossbrücke und zurück bildeten. Ein „friedliches aber deutliches Zeichen“ für den Zusammenhalt während der Corona-Pandemie sollte gesetzt werden. Das gelang auch, in dem beide Demonstrationen weitgehend friedlich aneinander vorbeiliefen.

In der Kundgebung sprach unter anderem Dr. Michael Blume, Antisemitismusbeauftragter der Landesregierung, der in seiner Rede betonte, dass Pforzheim „eine sehr vielfältige Stadt ist und gerade deshalb oft von Rechten instrumentalisiert beziehungsweise angegriffen“ werde. Alle sollten daher für eine Welt einstehen, in der Menschen keine Angst vor Einschüchterungsversuchen haben müssen. Sorgen und Kritik seien berechtigt, dürften aber niemals in pauschalen Anschuldigungen enden.

Gerhard Baral, einer der Sprecher des Bündnisses und einer der Organisatoren der Kundgebung, ist zufrieden mit dem Ablauf der Veranstaltung, die innerhalb weniger Tage organisiert werden konnte: „Besonders freut uns, dass Menschen aus verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen und Vertreter von allen Parteien des demokratischen Spektrums vertreten waren.“ Und tatsächlich waren neben Abgeordneten aus Bund und Land auch viele Parteiträger und Mitglieder von Jugendorganisationen zu sehen, aus dem Gemeinde- und Jugendgemeinrat, ebenso Vertreter von Gewerkschaften, die allesamt dem Aufruf der Organisatoren gefolgt waren, keine Partei- und Gewerkschaftssymbole in Form von Flaggen oder Plakaten mitzubringen.

Christian Schmidt, ebenfalls einer der Sprecher des Bündnisses, denkt hierbei mit seinen Mitstreitern auch schon über nächste Schritte: „Wir wollen Gesprächsangebote schaffen in denen Menschen Ihre Sorgen und Kritik äußern können, das dürfen wir nicht den Rechten überlassen.“ Das Bündnis sei „sehr besorgt über den großen Zulauf“, den die Demonstration der Impfgegner, Corona-Leugner und Rechtsradikalen am Montag wieder hatte.

Quelle(n): pm

Besim Karadeniz
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