Medizintechnik-Studierende arbeiten mit Magnetresonanztomographiesystem

Ulrich Heinen mit Studierenden im Faradaykäfig auf dem Campus (Foto: Hochschule Pforzheim/Karoline Schäfer)

Praxisnahe Lehre an der Hochschule Pforzheim in den Studiengängen „Medizintechnik“ und „Embedded Systems“.

(Lesezeit: 3 Minuten)

Die Hochschule Pforzheim hat von der Hochschule Karlsruhe ein Magnetresonanztomographiesystem übernommen, das in Pforzheim zu neuem Einsatz in Lehre und Forschung kommen soll. „Dabei handelt es sich nicht um ein System, das zur Untersuchung von Patienten geeignet ist, sondern mit einem Bildgebungsvolumen von zirka acht mal acht mal acht cm vor allem für die Untersuchung von Materialproben gedacht ist“, erklärt Professor Dr. Ulrich Heinen, der im Bachelorstudiengang „Medizintechnik“ der Fakultät für Technik lehrt. Das System sei ein ideales Anschauungsobjekt für den Lehrbetrieb: „Der Elektromagnet verbraucht zwar im laufenden Betrieb während der Laborstunden viel Strom, aber anders als bei den supraleitenden Magnetsystemen der Humandiagnostik sind die laufenden Kosten außerhalb der Betriebszeit quasi vernachlässigbar – und damit insgesamt sehr gering. Zugleich besteht bei abgeschaltetem Magneten kein Sicherheitsrisiko mehr durch das starke Magnetfeld.“

Ulrich Heinen, Professor im Bachelorstudiengang Medizintechnik, mit dem übernommenen Magnetresonanztomographiesystem (Foto: Hochschule Pforzheim/Sophia Zundel)

Dass das System mit älterer Systemelektronik und ohne funktionierende Betriebssoftware von der Hochschule übernommen wird, ist aus Sicht von Ulrich Heinen kein Nachteil, sondern eine reizvolle Herausforderung: „Wir haben hier in Pforzheim an der Fakultät für Technik praktisch alle Kompetenzen im Haus, um in interdisziplinärer Zusammenarbeit die vielen werthaltigen Komponenten des Gerätes wieder zu einem funktionierenden Tomographiesystem zu ergänzen.“ Studierende mehrerer technischer Studiengänge haben bereits den Faradaykäfig wieder zusammengesetzt, der elektromagnetische Wechselwirkungen mit der Umgebung reduzieren soll, das Kühlsystem überarbeitet, die Sicherheitsfunktionen des Magnetsystems überprüft sowie einen Risikomanagement-Plan erarbeitet. Zudem wurde der letzte Zustand des Vorgängersystems sorgfältig dokumentiert, dessen ausgesonderte Elektronikkomponenten als Ausstellungsobjekte erhalten bleiben.

Im Rahmen von Projektarbeiten im Masterstudiengang „Embedded Systems“ entsteht aktuell eine neue zentrale Steuereinheit mit einem spezialisierten Echtzeitprozessor. Für die neue Betriebssoftware besteht eine umfangreiche Basis, in die Studierende aktuell weitere Komponenten integrieren. Ulrich Heinen zeigt sich überzeugt: „Der beste Weg, die Funktionsweise eines Magnetresonanztomographen wirklich zu verstehen, ist, selbst einen aufzubauen.“ Perspektivisch könne man mit ersten Messsignalen oder Bildern ab 2023 rechnen, prognostiziert der Professor für Medizintechnik.

Quelle(n): pm

Besim Karadeniz
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