Gas-Grundversorgungskunden der Stadtwerke Pforzheim erhalten Brief zu Preiserhöhungen

Gasherd (Symbolbild) Foto: Kwon Junho via Unsplash.com

Stadtwerke verschicken Briefe an Kunden. Preiserhöhung bei kleinen Kunden nicht nur durch die gesetzlichen Gasumlagen.

(Lesezeit: 3 Minuten)

Die ersten Briefe mit Preiserhöhungen bei Gas-Grundversorgungskunden der Stadtwerke Pforzheim dürften bereits in den Briefkästen liegen und sie zeigen nun die ersten sichtbaren Preisauswirkungen in der Gasversorgung, die ab 1. Oktober 2022 in Kraft treten.

So zahlen Kunden bis 30. September 2022 in der Gas-Grundversorgungsstufe 1 (bis 2.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch) pro Kilowattstunde 17,62 Cent brutto; ab 1. Oktober dann 21,25 Eurocent – eine Preiserhöhung um 20,6 Prozent. Bei einem angenommenen 1-Personen-Haushalt, der in einer 40 Quadratmeter großen Wohnung liegt, würden die durchschnittlich verbrauchten 6.400 Kilowattstunden also zu einer Mehrbelastung von rund 330 Euro im Jahr führen.

Die Preiserhöhung von 3,63 Cent pro Kilowattstunde sind im übrigen tatsächlich weitgehend auf die Gasbeschaffungsumlage und die Gasspeicherumlage zurückzuführen, mit denen die Bundesregierung versuchen will, die deutlich gestiegenen Gasbeschaffungskosten so zu kompensieren, dass Unternehmen, die im Erdgasmarkt Gas beschaffen, nicht in finanzielle Not geraten. Weitgehend.

Zusätzliche Erhöhung der Konzessionsabgabe für Kleinverbraucher

Allerdings gibt es da in den Preiserhöhungen der Stadtwerke Pforzheim einen kleingedruckten Posten, nämlich die Konzessionsabgabe. Das ist das Wegenutzungsentgelt an die Gemeinde, in diesem Fall für Kunden in Pforzheim an die Stadt Pforzheim. Die beträgt nämlich bis 30. September 2022 für alle Grundversorgungskunden noch 0,33 Cent.

Ab 1. Oktober 2022 müssen jedoch Grundversorgungskunden der Stufe 1 (also vor allem kleine Haushalte mit einem Verbrauch von bis zu 2.000 Kilowattstunden) dann aber 0,77 Cent Konzessionsabgabe pro Kilowattstunde bezahlen. Kunden der Grundversorgungsstufen 2 (Verbrauch von 2.001 bis 10.000 Kilowattstunden) und 3 (ab 10.001 Kilowattstunden) zahlen weiterhin 0,33 Cent Konzessionsabgabe.

Sehr kleine Haushalte, die unter 2.000 Kilowattstunden Gas im Jahr verbrauchen, werden also nicht nur nur durch die Umlagen zusätzlich belastet, sondern auch durch die Konzessionsabgabe an die Stadt. Die beträgt bei 2.000 Kilowattstunden anstatt bisher 6,60 nun 15,40 Euro pro Jahr und konterkariert etwas die bisherige Argumentation der Stadtwerke Pforzheim, dass die Gaspreise bis Jahresende neben den Gasumlagen nicht zusätzlich angehoben werden sollen.

Hinweis: Wir haben an einer Stelle versehentlich „20,25 Euro“ für eine Kilowattstunde geschrieben. Richtig sind natürlich 20,25 Cent oder, wie nun korrigiert, 20,25 Eurocent.

Dies ist ein umfangreich recherchierter Beitrag – für Sie!

Recherche-intensive Artikel in PF-BITS werden maßgeblich durch die Mitgliedschaft engagierter Leser finanziert. Finden Sie gut, was wir hier tun? Dann zeigen Sie es uns auch mit Ihrer Wertschätzung!

Unterstützen auch Sie PF-BITS mit einem regelmäßigen Beitrag zur Förderung unserer publizistischen Arbeit.

Besim Karadeniz
Über Besim Karadeniz 3316 Artikel
Besim Karadeniz (bka), Jahrgang 1975, ist Autor und Erfinder von PF-BITS seit 2016. Er ist beruflich selbstständiger Web-Berater und -Entwickler. Neben PF-BITS betreut er mehrere weitere Online-Projekte und kann auf einen inzwischen über 25-jährigen Online-Erfahrungsschatz zurückblicken. Neben der technischen Betreuung von PF-BITS schreibt er regelmäßig Artikel und Kolumnen und ist zuständig für den Kontakt zu Partnern und Autoren.