Ermittlungen nach Brand im Helios Klinikum gegen neun Mitarbeiter

Helios Klinikum Pforzheim

Möglicherweise war die Fixierung der verstorbenen Person rechtswidrig. Anhaltspunkte dafür, dass der Brand in der Nähe des Verstorbenen ausbrach.

(Lesezeit: 3 Minuten)

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Beim Brand in der Zentralen Notaufnahme des Helios Klinikums Pforzheim am 2. Mai 2023 besteht nach Mitteilung der Staatsanwaltschaft Karlsruhe der Verdacht, dass die Fixierung der verstorbenen Person nicht richterlich angeordnet wurde und daher rechtswidrig war. Zudem besteht der Verdacht, dass der
Verstorbene nicht ununterbrochen überwacht wurde.

Die bisherigen Ermittlungen, so die Staatsanwaltschaft, haben Anhaltspunkte dafür ergeben, dass der Brand in der Nähe des Verstorbenen ausgebrochen ist. Es besteht insoweit der Verdacht, dass der Verstorbene den Brand selbst verursacht hat.

Vor diesem Hintergrund hat die Staatsanwaltschaft Karlsruhe – Zweigstelle Pforzheim – ein Ermittlungsverfahren gegen insgesamt neun Bedienstete des betreffenden Klinikums eingeleitet, die nach bisherigen Erkenntnissen am Abend des 2. Mai an der Fixierung oder an der Betreuung beziehungsweise Beaufsichtigung des Verstorbenen beteiligt waren. Es besteht insoweit zunächst der Verdacht der Freiheitsberaubung im Hinblick auf die erfolgte Fixierung. Inwieweit den Beschuldigten in diesem Zusammenhang gegebenenfalls auch der Tod des Verstorbenen strafrechtlich zuzurechnen ist, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Helios Klinikum unterstützt Ermittlungen „uneingeschränkt“

Während das Helios Klinikum Pforzheim aufgrund der laufenden Ermittlungen keine substantiellen Informationen zu dem Ereignis geben will, schreibt das Klinikum, dass man die Ermittlungsbehörden bei der Aufklärungsarbeit uneingeschränkt unterstütze. Die von den Ermittlungen betroffenen Mitarbeiter habe man bis auf weiteres freigestellt.

Wir bedauern den Tod des Patienten, der bei dem Brand in unserer Notaufnahme ums Leben gekommen ist, sehr. Das haben wir auch gegenüber seiner Familie zum Ausdruck gebracht. Unsere Mitarbeiter:innen haben in Schweigeminuten und in einem Gedankenbuch ihre Trauer und ihr Beileid bekundet und wurden von einem psychologischen Einsatzkräfte-Nachsorgeteam bei der Verarbeitung des bestürzenden Ereignisses begleitet. Diese psychologische Unterstützung haben wir auch der Familie angeboten.

Die zuständigen Ermittlungsbehörden arbeiten an der Aufklärung. Diese unterstützen wir uneingeschränkt. Wir bitten um Verständnis, dass wir uns aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht weiter zu dem tragischen Ereignis äußern können. Die von den Ermittlungen betroffenen Mitarbeiter:innen haben wir bis auf Weiteres freigestellt.

Besim Karadeniz
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Besim Karadeniz (bka), Jahrgang 1975, ist Autor und Erfinder von PF-BITS seit 2016. Er ist beruflich selbstständiger Web-Berater und -Entwickler. Neben PF-BITS betreut er mehrere weitere Online-Projekte und kann auf einen inzwischen über 25-jährigen Online-Erfahrungsschatz zurückblicken. Neben der technischen Betreuung von PF-BITS schreibt er regelmäßig Artikel und Kolumnen und ist zuständig für den Kontakt zu Partnern und Autoren.