Närrisches Wochenende

Als Christina I. (Hohler) und Thorsten II. (Bierkamp) als aktuelles Prinzenpaar der Leutrum-Garde Würm in die vollbesetzte Würmtalhalle einlaufen, stehen die Besucher auf und begrüßen sie mit einem herzlichen Applaus. Manfred Ott, der auch dieses Jahr wieder durchs Programm führt, hat sein gestreiftes Jacket extra aufgelassen, damit man sein neues T-Shirt sieht, auf dem die zwei Alten auf dem Balkon der Muppetsshow – Waldorf und Statler – abgebildet sind. Er hat das Shirt als Geschenk vom Verein bekommen und er „fragte sich, ob das ein Wink sein soll, dass er zusammen mit Siegfried Bähr die Bühnenkarriere beenden soll und nur noch vom Balkon aus zuschauen soll.“ Am Applaus des Publikums merkte man dann aber schnell, dass die Würmer „ihren Manfred“ noch lange behalten wollen.

Zahlreiche Gäste aus Nah und Fern

Dieser begrüßte dann auch gleich mit jeweils einer ganzen Brezel die Ortschaftsräte Michael Schwarz und Hans-Joachim Bruch. Allerdings war die Brezel ohne Butter „da bei uns in Würm niemand geschmiert wird“. Eine Anspielung war dies auf den Neujahrsempfang, wo es in den letzten Jahren immer nur halbe Butterbrezeln gab. Als zwei weitgereiste Stammgäste konnte Ott die Präsidentin des Verbands für das Spielmannswesen in Baden-Württemberg Ursula Heinrich begrüßen, die zusammen mit ihrer Freundin Sabine Grokenberger aus Mannheim angereist war. Sie sind bereits zum siebten Mal ins Würmtal gekommen und haben ein Überraschungsgeschenk mitgebracht. „Ich fand es immer schade, dass nur der Prinz eine Schnecke als Zepter in der Hand hält, deshalb habe ich von meinem Sohn einen kleineren Zepter mit einer Holzschnecke anfertigen lassen.“ so die Präsidentin. Sichtlich erfreut nahm Prinzessin Christina I. dieses Geschenk entgegen.

Buntes Programm mit witzigen Beiträgen

Das Programm war wieder gespickt mit abwechslungsreichen Höhepunkten, begonnen mit Theo Pfeffinger aus Tiefenbronn, der nach 25 Jahren endlich mal wieder auf der Bühne in Würm stand, bei seinen Geschichten blieb kein Auge trocken und auch sein bekanntes „Theeeeeo“ durfte bei dem Auftritt nicht fehlen. Das Tanzmariechen Mia Kapfer von der Pforzheimer Faschingsgesellschaft wirbelte bei ihrem Tanz über die Bühne und auch die mittlere Garde der Karnevalsgesellschaft Hochburg präsentierte einen flotten Showtanz. Die Guggegaiße aus Kieselbronn heizte kräftig ein und setzten mit ihrer Musik einen musikalischen Stimmungspunkt, bevor dann „Drei Tenöre aus Würm“ zu Gast waren, die bei ihrer Darbietung regelrecht ins Schwanken kamen. Mit dem Gemeinderat zog Siegfried Bähr aus Würm ins Gericht und beklagte die Debatte um die Schließung der Bäder. „Viele Würmer wären dann ungewaschen, weil die Stadt das Bad in Huchenfeld schließen will.“ Und weil es so viele Proteste gibt, würden viele Stadträte am liebsten in einer Burka durch die Stadt laufen, damit man sie nicht erkennen kann. Doch Bähr forderte in seiner bissigen Rede, dass diese Burkas dann auch schalldicht sein sollen, „damit man nicht mehr hört, was die für einen Mist erzählen“.

Die Showtanzgruppe der Pforzheimer Faschingsgesellschaft präsentierte ihren aktuellen Tanz „Die Götter müssen verrückt sein“ und entführte die Besucher in die griechische Mythologie zu Amor, Hermes und Zeus, bevor die Leutrum-Garde das Programm mit dem großen Finale beendete. Die neue Partyband „Herzblatt“ unterhielt dann die Gäste noch bis in den frühen Morgen.

Am Sonntag kamen die kleinen groß raus

Gute Stimmung gab es auch bei vielen Spielen und Mitmachaktionen beim Kinderfasching. Die Pforzheimer Faschingsgesellschaft PFG und die Leutrum-Garde Würm hatten zum närrischen Miteinander eingeladen. Bunt verkleidet und mit fantasievollen Kostümen ausgestattet waren Schneewittchen, Räuber und Piraten zusammen mit Eisprinzessinnen und Drachen am Start. Aber auch die Eltern ließen sich nicht zweimal bitten und erschienen in der Jahnhalle bei der PFG mit Kostümen von Pipi Langstrumpf, Mainzelmännchen oder als Panzerknacker. Das Motto „Helden meiner Jugend“ wurde so trefflich umgesetzt. Bei Ratespielen, der Reise nach Jerusalem und Mohrenkopfwettessen stieg die Stimmung in beiden Hallen auf den Siedepunkt. Mancher Pirat und auch die ein oder andere Prinzessin musste eine kleine Abschiedsträne verdrücken, als das Ende nahte. Närrische Veranstaltungen enden immer zu früh. Das Kinderprinzenpaar gehört in Würm natürlich zu den Hauptpersonen beim Kinderfasching. Nils I. (Theurer) und Madeleine I. (Schneevogel) unterstützten nach Kräften Patrick Schölch und Gerhard Sölch, die wieder durch das Programm führten. Bei der PFG schwang das Aktionsteam der Tanzsportabteilung das Zepter der närrischen Unterhaltung. Den jungen Gästen gefiel es hier wie dort.

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Über Björn Fix 122 Artikel
Björn Fix, Jahrgang 1970, passionierter Fotoreporter und ständiger Mitarbeiter bei PF-BITS seit der ersten Stunde. Als gut informierter, zuverlässiger und gern gesehener Zuschauer und Beobachter ist er vor allem zuständig für aktuelle und "fixe" Berichterstattungen aus der Region.