Machbarkeitsstudie der Stadt: Traglufthalle im Nagoldfreibad technisch denkbar

Präsentation der Machbarkeitsstudie zu Bädern vorgestellt, von links: Georg Busch, Bernd Mellenthin und Erster Bürgermeister Dirk Büscher (Foto: Stadt Pforzheim)

Die Machbarkeitsstudie zur Realisierung einer Traglufthalle in den Pforzheimer Freibädern liegt nun vor. Das Ergebnis: Technisch realisierbar wäre eine Traglufthalle nur im Nagoldfreibad, nicht aber im Wartbergfreibad. Dennoch müssten für das Nagoldfreibad mehrere Millionen Euro Investitionskosten in die Hand genommen werden, weil vorhergehende Sanierungsmaßnahmen in Höhe von etwa 3,5 Millionen Euro unumgänglich wären. Die Studie wurde von der Stadt Pforzheim in Auftrag gegeben, um zu prüfen, ob eine solche Traglufthalle für die Zeit, in der das Emma-Jaeger-Bad und das Stadtteilbad Huchenfeld neu gebaut werden, technisch möglich ist – insbesondere um das Schulschwimmen zu sichern. „Es war uns wichtig, alles erdenklich Mögliche zu prüfen und zu untersuchen, um aus dem Dilemma herauszukommen, in dem wir uns bei der Bäder-Thematik befinden.“

„Grundsätzlich ist eine Traglufthalle im Nagoldfreibad technisch denkbar“, erläutert Erster Bürgermeister Dirk Büscher. „Einerseits weil dessen gesamter Aufbau dafür geeignet ist, andererseits die Beckenform des 50-Meter-Kombibeckens einen günstigen Zuschnitt aufweist.“ Zudem könnten die Bestandsgebäude mit Duschen und Toiletten weiterhin genutzt werden. Weitere Vorteile: Der Nichtschwimmerbereich des 50-Meter-Kombibeckens ist zum Schwimmen lernen geeignet, jedoch nicht für Wettkämpfe oder zum Spielen von Wasserball. Außerdem liegt das Nagoldfreibad näher an den beiden zu schließenden Bädern.

Damit diese Lösung auch während der gesamten Bauzeit des Emma-Jaeger-Bads und des Stadtteilbads Huchenfeld tragfähig ist, wären allerdings die von Constrata im Jahr 2015 ermittelten langfristigen Sanierungsmaßnahmen in Höhe von 3,5 Millionen Euro unumgänglich. Das Konzept für eine Traglufthalle am Standort Nagoldfreibad empfiehlt zudem aus baulicher und wirtschaftlicher Sicht eine vierjährige Mietzeit sowie die thermische Sanierung des bestehenden Nebengebäudes als Zwischenlösung. Die Umsetzung würde in dieser Variante grob geschätzt etwa 1,15 Millionen Euro kosten, wobei mit einer Planungs- und Bauzeit von circa neun Monaten – und damit zusammen mit den Sanierungsmaßnahmen deutlich länger als angenommen – gerechnet werden müsste. Hinzu kämen die ergebniswirksamen Kosten, die zur Sicherstellung eines ganzjährigen Betriebs anfallen. „Diese können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht konkret beziffern“, erläutert Erster Bürgermeister Dirk Büscher. Allerdings stehe fest, dass sich die Energiekosten in Höhe von 95.000 Euro pro Jahr vervielfachen würden.

Aus dem Spiel ist dagegen das Schwimmerbecken des Wartbergfreibads. „Vor allem wegen der Konstruktion des unterkellerten Beckenumgangs“, so der Erste Bürgermeister. Diese würde die Verankerung der Traglufthalle erschweren. Hinzu kommt, dass die Nebengebäude (Sanitär und Umkleide) aufgrund ihrer Entfernung im Winter nicht genutzt werden können. „Mit einer Wassertiefe von 1,9 Meter eignet sich das Schwimmerbecken auch nicht für den Schwimmunterricht.“

In der Sitzung des Werkeausschuss am 16. Juli und anschließend im Gemeinderat sollen die Erkenntnisse der Machbarkeitsstudie ergebnisoffen diskutiert werden. Die Stadt Pforzheim wird nun auch sehr zügig auf Schulen und Vereine zugehen, um das Für und Wider einer Traglufthalle und mögliche Alternativen zu erörtern.

Sachstand bei den Neubauvorhaben des Bads in Huchenfeld und des Emma-Jaeger-Bads

Für die Neubauvorhaben Huchenfeld und Emma-Jaeger-Bad wird Ende August/Anfang September mit den Ergebnissen der derzeit laufenden Bedarfsplanung gerechnet. So findet beispielsweise Mitte Juli ein Gespräch mit den Vereinen und weiteren Beteiligten statt. „Wir gehen davon aus, dass wir dann im Herbst dieses Jahres eine Verifizierung der Grobkosten in den Gremien beraten können“, so Erster Bürgermeister Büscher.

Beim Emma-Jaeger-Bad ist aufgrund der exponierten Innenstadtlage, den vielfältigen funktionalen Anforderungen und dem prognostizierten Investitionsvolumen ein Architektenwettbewerb vorgesehen.

Für Huchenfeld ist die gesamthafte Vergabe von Planung und Bau im Rahmen einer Totalunternehmerausschreibung avisiert, da diese zeitliche Vorteile und Kostenstabilität mit sich brächte. Zu deren vergabe- und beihilferechtlichen Rahmenbedingungen wurde ein Gutachten beauftragt, das Ende Juni vorliegen soll. Vorgesehen ist auch eine Marktanfrage, um eine Einschätzung über das zu erwartende Bieterfeld bei einer Totalunternehmerausschreibung zu gewinnen.

In Huchenfeld besteht der Wunsch des Ortschaftsrats sowie einiger Gemeinderatsfraktionen nach einem barrierefreien Kinderplanschbecken, für dessen Bau ein Kostendeckel von 7 Millionen Euro Maßgabe ist. „Vor dem Hintergrund des Kostendeckels wollen wir diesen Wunsch aufgreifen“, so der Erste Bürgermeister. Der zusätzliche Investitionsbedarf soll durch Spenden und ähnliches gedeckt werden. Dieser Wunsch oder ggf. Alternativen dazu müssen in der Planungsphase berücksichtigt werden.

Parallel dazu werden nun die notwendigen Ausschreibungen (Wettbewerbsmanagement, funktionale Anforderungen, Projektsteuerung etc.) vorbereitet. Für die Projektdauer des Emma-Jaeger-Bads rechnet die Stadt mit 48 Monaten, für Huchenfeld mit 39 Monaten. Auch hier soll eine Gremienberichterstattung über den bisher erarbeiteten Sachstand erfolgen.

(Pressemitteilung Stadt Pforzheim)

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