Warum steht hier eigentlich kein Kaffeehaus?

Fährt man nach Koblenz, dann ist der Besuch des Deutschen Ecks, der Landzunge am Zusammenfluss von Rhein und Mosel, üblicherweise ein fester Bestandteil des Besuchsprogramms. Malerisch und zentral liegt es da, das Zuhause vieler Skulpturen, eingerahmt von Platanen und gastronomischen Betrieben. Man könnte neidisch sein auf die Koblenzer für so eine grüne Oase.

Als Pforzheimer vor allem auch deshalb, weil wir ja eigentlich auch eine zentral gelegene Landzunge am Zusammenfluss zweier Flüsse haben, nämlich den Lindenplatz am Zusammenfluss von Enz und Nagold an der Auerbrücke. Ein begrünter Platz, der vom Marktplatz aus fußläufig in fünf Minuten zu erreichen ist und der selbst an den heißesten Sommertagen dank der Flüsse und der Vegetation einige Grade kühler und angenehmer ist, als beispielsweise die Parkfläche hinter dem Stadttheater. Ja, der Lindenplatz kann eigentlich richtig was.

Gastronomie auf dem Lindenplatz keine Unbekannte

Schon vor einigen Jahren war der Lindenplatz das Zuhause für den so genannten „Goldstadtstrand“, einer Strandbar, die aus einem studentischen Projekt entstanden ist und immerhin in den Sommermonaten der Jahre 2005 bis 2011 existierte. Einige Tonnen Sand, einige Container und viel Engagement führten dazu, dass der Lindenplatz vom Mittag bis in den späten Abend fast schon mediterranen Flair verbreitete.

Überhaupt sind auf dem Lindenplatz Unterhaltung und Gastronomie auch früher kein Fremdwort gewesen. In der Frühen Neuzeit war der Lindenplatz ein zentraler Festplatz, umrahmt mit besagten Lindenbäumen.

Leichte Gastronomie für einen leichten Platz

Nun sind die Zeiten für ein Café und speziell für ein Kaffeehaus nicht gerade einfach. Die „moderne“ Gastronomielandschaft setzt entweder auf Schnellimbisse jeglicher Nationalitäten und vor allem auf mehr oder weniger versteckte Systemgastronomie, die sich vor allem durch geschmackliche Tristesse auszeichnet. Dementsprechend wenig Ecken und Kanten (aus gastfreundlicher und kulinarischer Sicht) haben viele hipp daherkommende Restaurants in der Innenstadt.

Ein echtes Kaffeehaus ist vor allem genau das nicht. Sie sind neben Häusern mit ausgezeichnetem Kaffee vor allem Häuser der Kommunikation. In Wiener Kaffeehäusern – Wien ist sozusagen das Mekka der Kaffeehäuser – ist es überhaupt nicht sonderbar, mehrere Stunden im Kaffeehaus zu sitzen, in Ruhe eine komplette Zeitung (oder natürlich via WLAN PF-BITS) durchzulesen, mit Freunden zu diskutieren, einfach nur andere Menschen zu beobachten und sich von einem typisch bräsig daherkommenden Herr Ober neben Kaffees auch vorzügliche Kekse, Kuchen und Torten servieren zu lassen.

Das kommt auch dem Pforzheimer bekannt vor (mit Ausnahme des bräsigen Herr Ober)? Genau, das Pop-Up-Café „Tortenspitze“, das während dem letztjährigen Goldstadtjubiläum in der Fußgängerzone geöffnet hatte und sich innerhalb weniger Wochen einen festen Fanclub unter Jung und Alt sichern konnte. Und auch „Goldstadt-Kaffee“ am Waisenhausplatz (ehemals in der Jägerpassage) macht genau so einen Job mit vorzüglichem Kaffee.

Und nun denken wir uns so ein liebevolles Café in Form eines kleinen und anmutigen Kaffeehauses auf den Lindenplatz dahin, wohin die eingezeichneten Pfeile zeigen:

Ein im Winter und Sommer bewirtschaftetes Kaffeehaus, gern mit Terrasse und Schanigarten an einem der schönsten Plätze Pforzheims. Wir müssten nicht weit suchen, um ein kleines, paradiesisches Kleinod in Sachen Kaffeehaus zu finden, auf das sicher auch der ein oder andere Wiener ganz schön neidisch werden könnte.

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Besim Karadeniz (bka), Jahrgang 1975, ist Autor und Erfinder von PF-BITS seit 2016. Er ist beruflich selbstständiger Web-Berater und -Entwickler. Neben PF-BITS betreut er mehrere weitere Online-Projekte und kann auf einen inzwischen über zwanzigjährigen Online-Erfahrungsschatz zurückblicken. Neben der technischen Betreuung von PF-BITS schreibt er regelmäßig Artikel und Kolumnen und ist zuständig für den Kontakt zu Partnern und Autoren.