Keine klare Sicht auf ein Bäderkonzept

Auch die gestrige Sitzung des Haushaltsstrukturausschuss im Gemeinderat brachte keine greifbaren Zeichen eines zukünftigen Bäderkonzepts. Das Konzept des “Bürgerbades” soll weiter ausgearbeitet werden.

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Erster Bürgermeister Dirk Büscher hatte es vor einer Woche bereits angekündigt, die Idee des “Bürgerbades”. Auch wenn es schon auf den zweiten Blick eine vor allem namentliche Weiterentwicklung des Kombibades ist, waren sich die Gemeinderäte in den Haushaltsberatungen einig, die Diskussion zur Bäderstrategie abzukoppeln und im Haushaltsstrukturausschuss anzusprechen.

Büscher erklärte die Haltung der Stadtverwaltung, dass man sich bei einer Entscheidung für das Emma-Jaeger-Bad als Hauptbad darauf einstellen müsse, dass man in den kommenden Jahren nicht mehr die Möglichkeit haben werde, das Wartbergfreibad weiter zu betreiben. Sowohl in das Emma-Jaeger-Bad als auch in die Schwimmhalle Huchenfeld sollte man erheblich in die Sicherheit investieren.

Der Erste Bürgermeister argumentierte, dass sich auf dem Wartberg schon allein von der Fläche her mehr Möglichkeiten ergeben, als ein neues Hauptbad am jetzigen Standort des Emma-Jaeger-Bades.

Aus den Fraktionen kam ein gemischtes Stimmungsbild: Die CDU-Fraktion steht weiterhin zur Kombibad-Idee mit einem neuen Hauptbad auf dem Wartberg. SPD-Stadträtin Jacqueline Roos kritisierte, dass die Sitzung des Haushaltsstrukturausschusses ohne Möglichkeit der Vorbereitung in den Fraktionen anberaumt wurde. Roos könne in der Vorlage der Stadt kein Gesamtkonzept erkennen und frage sich, warum jetzt ein Bürgerbad beim Regierungspräsidium genehmigungsfähig sei.

Auch die FDP/FW-Fraktion wolle am Emma-Jaeger-Bad als innerstädtischer Standort festhalten, wie Stadträtin Brigitte Römer erklärte. Stadtrat Wolfgang Schulz der Fraktion WiP/Die Linke hält es für durchführbar, dass beide Standorte [Emma-Jaeger-Bad und Wartbergfreibad] erhalten bleiben könnten, sich aber abzeichne, dass eine Mehrheit das Emma-Jaeger-Bad aufgeben wolle. Stadtrat Bernd Grimmer geht ebenfalls davon aus, dass die AfD-Fraktion nicht bei der Idee des Bürgerbades dabei sei, ebenso die Unabhängigen Bürger.

Weitere Pro-Stimmen für eine Bad-Lösung auf dem Wartberg kommen von der Fraktion Grünen Liste und der Gruppierung von Bündnis 90/Die Grünen. Am Wartberg habe es eine sehr gute ÖPNV- und Autoanbindung, was man mit dem Emma-Jaeger-Bad nicht hätte.

Auf eine Bürgeranfrage, warum das Emma-Jaeger-Bad bereits Mitte Dezember schließen müsse, antwortete Bürgermeister Büscher, dass man nicht einfach den Schlüssel umdrehen könne, sondern noch einige Aufgaben erledigen müsse, beispielsweise das Wasser ablassen, Chemikalien entsorgen etc.

SPD-Fraktion fordert Beantwortung zentraler Fragen

Am heutigen Mittwoch hat die SPD-Fraktion in einem Schreiben an Oberbürgermeister Peter Boch einen Fragenkatalog zugesandt, deren Antworten schon am nächsten Montag zu Gemeinderatsausschüssen vorliegen sollen. Die Fraktion erwarte hierbei „die Vorlage durchgerechneter Konzepte mit aktuellen Zahlen und Planskizzen für ein innerstädtisches Bad nach Gemeinderatsbeschluss vom März unter Ausnutzung aller Flächen und eines Bürgerbads auf dem Wartberg“.

Zudem beantragt die Fraktion, dass der Gemeinderatsbeschluss aus dem Jahre 2016 zur Deckelung des städtischen Zuschusses an den Eigenbetrieb Pforzheimer Verkehrs- und Bäderbetriebe (EPVB) aufgehoben wird, um eine Bereitschaft für eine Bäderkonzeption zu zeigen. Gleichzeitig fordert die Fraktion Auskünfte über „Pläne eines potentiellen Investors auf dem innerstädtischen Emma-Areal“. Es sei für die Fraktion ein Ding der Unmöglichkeit, dass sie „davon in dieser Ausgestaltung aus der Presse“ erführen.

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