Weitere 26 Stolpersteine in Pforzheim verlegt

Empfang der Stolperstein-Delegation vom 4. März 2020, von links: Hans Mann (Initiative Stolpersteine Pforzheim), Jonathan Bernstein, Yvonne Bernstein und Ehemann, Milly Levari, Ran Levari, Bürgermeister Frank Fillbrunn (Foto: Stadt Pforzheim)

Aktuell seit 2008 nun fast 300 Stolpersteine in Pforzheim verlegt.

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Am heutigen Vormittag wurden in Pforzheim weitere 26 Stolpersteine verlegt. Das Projekt Stolpersteine erinnert an die Vertreibung und Vernichtung von Juden, der Sinti und Roma und weiteren politischen Verfolgten im Naziregime des Dritten Reiches. Es gilt mit inzwischen über 75.000 verlegten Steinen als größtes dezentrales Mahnmal der Welt und ist untrennbar mit dem Künstler und Schöpfer Gunter Demnig verbunden, der auch nach fast 30 Jahren nach wie vor Stolpersteine selbst verlegt.

In Pforzheim sind seit dem heutigen Tag seit 2008 insgesamt 296 Stolpersteine verlegt worden, die in einer Kooperation mit der Initiative Stolpersteine Pforzheim und der Löblichen Singergesellschaft von 1501 Pforzheim realisiert werden. Die Pforzheimer Stolpersteine werden dazu von Paten finanziert. Bei der Verlegung sind dann oftmals auch Angehörige der namentlich erwähnten Opfer anwesend.

Empfang im Rathaus

Im Anschluss der Verlegung empfing Bürgermeister Frank Fillbrunn neben Vertretern der Initiative Stolpersteine und der Jüdischen Gemeinde Pforzheim auch Yvonne Bernstein mit Ehemann und Sohn Jonathan sowie Ran und Milly Levari. Bei der diesjährigen Stolpersteinverlegung wurde Steine für Yvonne Bernstein sowie für Julie Wallerstein (Großmutter von Ran Levari) jeweils ein Stolperstein verlegt.

In seiner Begrüßung hob Bürgermeister Fillbrunn hervor, wie wichtig es sei sich in der historisch-politischen Bildungsarbeit, der Archivpädagogik und der Erforschung der Stadtgeschichte mit den Geschehnissen in der NS-Zeit auseinanderzusetzen: „Dabei ist es das besondere Verdienst der Initiative Stolpersteine, einen zentralen Beitrag dazu zu leisten, dass die Geschichte der Verfolgung und Ermordung der Opfer das Nationalsozialismus nicht nur als abstrakte historische Faktenkenntnis überliefert wird, sondern mit individuellen Schicksalen, mit Namen und Personen verknüpft wird – sichtbar und präsent im heutigen Stadtbild.“

Bevor er die Anwesenden zu einem gemeinsamen Austausch einlud, versicherte Bürgermeister Fillbrunn dass das Geschehene nicht vergessen würde: „Wir können das unsagbare Leid nicht wieder gutmachen, das jüdische Pforzheimerinnen und Pforzheimer hier erleben mussten. Aber wir wollen und können Ihnen zusichern: Wir werden Sie, wir werden Ihre Angehörigen nicht vergessen.“

Initiative im Web

Die Initiative Stolpersteine Pforzheim hat im Web eine umfangreiche Website mit den genauen Standorten aller in Pforzheim verlegten Stolpersteine. Unter www.stolpersteine-pforzheim.de können nähere Informationen zu Opfer und Stolperstein-Paten recherchiert werden.

Zukünftig sind weitere Stolperstein-Verlegungen geplant. Die Initiative freut sich daher über weitere Paten, die einen Stolperstein übernehmen möchten.

(Pressemitteilung Stadt Pforzheim/bka)

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