Bereits 100 Geflüchtete in der Jahnhalle untergebracht

Geflüchtete in der Jahnhalle (Foto: Stadt Pforzheim/Ljiljana Berakovic)

Stadt bittet um vorherige Abstimmung bei privat organisierten Transporten von Geflüchteten zu kommunalen Unterbringungen.

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Die Zahl der Geflüchteten aus der Ukraine ist in der Jahnhalle in den letzten Tagen stark angestiegen. Mittlerweile befinden sich dort 100 Menschen, die teils über Zuweisungen aus der Landeserstaufnahmestelle in Karlsruhe, teils aber auch auf privatem Wege in der Halle angekommen sind. „Nachdem es in der letzten Woche in den Unterkünften eher ruhig gewesen ist und wir die wenigen Personen dort auch immer zeitnah in andere Unterkünfte vermitteln konnten, hat sich die Situation nun schlagartig verändert“, stellt Oberbürgermeister Peter Boch fest.

Konkret wurden der Stadt Pforzheim am Mittwochvormittag 40 Menschen aus der Landeserstaufnahmestelle in Karlsruhe zugewiesen, nachdem bereits im Laufe des Montags und Dienstags schon verstärkt einzelne Familien in der Halle aufgenommen worden waren. Hinzu kamen Dienstagnacht weitere 20 Personen, die von einem privat organisierten Bus ohne Vorankündigung an die Jahnhalle gebracht wurden. „Das große ehrenamtliche Engagement sollte immer abgestimmt erfolgen, damit eine gleichmäßige Auslastung der kommunalen Unterbringungskapazitäten möglich ist“, so OB Boch.

Rund 1.000 Geflüchtete aus der Ukraine in Pforzheim registriert

Die Stadt Pforzheim treibe weiterhin sowohl den Ausbau der wenigen noch nicht ausgestatteten Wohnungen in der Paul-Löbe-Straße voran und bereite die Anmietung weiterer anderer geeigneter Unterkünfte vor. „Es ist aber klar, dass die Menschen, die sich nun in der Jahnhalle befinden – anders als bisher – notgedrungen länger als nur zwei oder drei Tage dort werden bleiben müssen“, so die beiden Dezernenten. Mit nun 100 Menschen ist die Kapazität der Jahnhalle auch soweit ausgelastet, dass die Belegung der Bergdorfhalle in zeitliche Nähe rückt.

Insgesamt sind mittlerweile 940 ukrainische Geflüchtete in der Gesamtstadt registriert. Sehr viele davon wohnen nach wie vor privat, weshalb es eine gewisse Dunkelziffer nicht gemeldeter Personen gibt. Schon jetzt erhalten 808 Geflüchtete aus der Ukraine Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, insgesamt ist damit im Leistungsbereich der Höhepunkt der Geflüchtetenkrise 2015/16 schon nach wenigen Wochen überschritten.

Bürgermeister wollen gleichmäßigere Verteilung von Geflüchteten im Land

„Die Welle der Hilfsbereitschaft und die Unterstützung aus der Stadtgesellschaft sind nach wie vor riesengroß. Dafür sind wir sehr dankbar“, so der Oberbürgermeister. „Mit diesem Rückhalt aus der Bürgerschaft, den wir verspüren, nehmen wir die Menschen hier auch sehr gerne auf und zeigen uns solidarisch, angesichts dieses menschenverachtenden Angriffskriegs Putins.“ Dennoch sei es wichtig, dass dies in geordneten Bahnen verlaufe, nicht zuletzt auch für die Menschen selbst. Sozialbürgermeister Frank Fillbrunn ergänzt: „Es ist wichtig, dass eine gleichmäßige Verteilung auf alle Kreise und Kommunen in Baden-Württemberg gelingt, damit Kapazitäten nicht in kürzester Zeit ausgeschöpft sind.“

Das Land Baden-Württemberg spricht derzeit von 35.000 registrierten ukrainischen Geflüchteten in Baden-Württemberg. Bei einer gleichmäßigen Verteilung auf alle Kreise und Kommunen entspräche dies für Pforzheim circa 450 Menschen. Mit 940 Menschen aus der Ukraine in unserer Stadt zeige man bereits eine „enorme Solidarität“.

Quelle(n): pm

Besim Karadeniz
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