Kräftiger Anstieg der bestätigten Corona-Fälle in der Region

Grafische Darstellung des Corona-Virus SARS_CoV-2 (Grafik: Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAMS)

Anstieg der bestätigten Infektionen um rund 10 % im Vergleich zu gestern, während die Zahl im Bund um 1 % anstieg.

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Während das Enzkreis und vor allem der Stadtkreis Pforzheim zu Beginn deutlich unterdurchschnittliche Corona-Infektionen vermelden mussten, hat sich das Blatt seit letzter Woche gewendet und auch heute ging die Fallsteigerung mit deutlichen Werten weiter. Während im Bundesdurchschnitt etwa 1 % neue Corona-Infektionen bestätigt werden mussten, sind es für Pforzheim und Enzkreis jeweils fast satte 10 %. Deutlich zu sehen ist das vor allem in Statistiken, in denen die Fallzahlen auf 100.000 Einwohner gemittelt werden:

Sowohl Pforzheim, als auch das Enzkreis sind seit dieser Woche über dem baden-württembergischen Landesdurchschnitt.

Vorfälle in der Belegschaft von Müller Fleisch sorgen für Schub

Für den deutlichen Anstieg sind vor allem die untersuchten Vorfälle rund um die ausländischen Werksvertragsbeschäftigten beim Birkenfelder Unternehmen Müller Fleisch verantwortlich. Hier testet das Landratsamt – wie berichtet – die Belegschaft nach dem Auftreten von einer Vielzahl von Infektionsfällen durch. Gestern wurden hier nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuß-Gaststätten (NGG) 168 Corona-Fälle bestätigt. Alle infizierten Mitarbeiter müssen laut Landratsamt in Quarantäne und zu Hause bleiben. In diesem Zusammenhang in die Kritik gekommen ist die Unterbringung von Müller-Fleisch-Leiharbeitern, wie unter anderem der Pforzheimer Kurier berichtet, und die möglicherweise der Infektionswelle entscheidenden Vorschub geben konnte.

Der stellvertretende Vorsitzende der NGG, Freddy Adjan, kritisierte, dass die Arbeit in dem Unternehmen unverändert fortgesetzt werde. Die nach den Hygienestandards festgelegten Masken der Mitarbeiter dienten vor allem als Spuckschutz. «Der Schutzeffekt der persönlichen Hygieneausstattung zur Abwehr von Viren ist nach unserem Kenntnisstand nicht ausreichend geprüft», so Adjan.

Notwendig seien Verbesserungen bei der Unterbringung der ausländischen Beschäftigten. Unternehmen, die ausländische Arbeitskräfte über Dienstleister beschäftigen, müssten für deren Unterbringung Verantwortung übernehmen. Die Produktsicherheit könne in Zeiten der Coronavirus-Pandemie nur gewährleistet werden, wenn die hygienischen Umstände der Unterbringung berücksichtigt würden, betonte Adjan.

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