Hochschule Pforzheim faltet Proteine

Screenshot Client "Folding@home"

Hochschule spendet Computerleistung einem internationalen Rechnerverbund zur Proteinforschung. Jeder Computerbesitzer kann mitmachen.

(Lesezeit: 3 Minuten)

Mit der aktuell freien Rechnerkapazität der ungenutzten Computerräume auf dem Campus unterstützt die Hochschule Pforzheim das internationale Forschungsprojekt „Folding@home“ unter anderem zur Erforschung des Coronavirus Sars-CoV-2. Auf der Suche nach wirksamen Medikamenten ist es dessen Ziel, die dreidimensionale Proteinstruktur des neuen Erregers zu verstehen. Während die Pforzheimer Studierenden die technische Infrastruktur vor Ort aktuell nicht nutzen können, stellt die Fakultät für Technik den Spezialisten der US-Universität Stanford 170 Rechner für Simulationen zur Verfügung.

„Um einen Beitrag zu leisten, mussten wir lediglich die knapp 30 Megabyte große Folding@home-Software installieren“, so Stefan Schmidt, Verantwortlicher für den IT-Support im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen der Fakultät für Technik. Über ein Web-Interface und die Einstellungen des Tools selbst könne man in mehreren Stufen festlegen, wie stark die eigene Hardware beansprucht werden solle und das Programm auf Wunsch auch pausieren lassen oder ganz ausschalten.

Das Team der Hochschule Pforzheim rangiert in der globalen Liste aller Teams mit Platz 2.473 von insgesamt über 251.000 Teams in der Liste der besten 1 % weltweit.

Das Volunteer-Computing-Projekt „Folding@home“ der US-Universität Stanford nutzt die Hardware von privaten PCs zur Krankheitsforschung bereits seit vielen Jahren. Die Berechnungen simulieren hierbei die Faltung von Proteinketten, was bisher vor allem für die Forschung an Alzheimer und Krebs genutzt wurde. Inzwischen steht aber auch der Corona-Virus im Fokus. Statt die Rechenleistung eines einzelnen Rechners zu nutzen, wird dabei eine komplexe Aufgabe in Teilaufgaben aufgeteilt, diese auf mehrere Rechner verteilt und deren Rechenleistungen zur Aufgabenbewältigung genutzt. „Damit ist Folding@home jetzt leistungsstärker als die sieben besten Supercomputer der Welt zusammen“, so Joachim Storz, Verantwortlicher für den IT-Support im Bereich Informationstechnik.

Jeder kann mitmachen

Am Projekt „Folding@home“ kann prinzipiell jeder Computer mitrechnen. Hierzu ist lediglich erforderlich, auf der Projekt-Website die Client-Anwendung herunterzuladen und zu installieren. Das Mitrechnen funktioniert prinzipiell auch ohne eine Anmeldung, mit einer Anmeldung lassen sich aber umfangreiche Berechnungsstatistiken abrufen. Zudem kann sich jeder einem Team anschließen, beispielsweise dem Team der Hochschule Pforzheim mit der Projekt-ID 254360. Die Berechnungsleistung des eigenen Computers wird dann zum Teamergebnis hinzugezählt.

(Pressemitteilung Hochschule Pforzheim/bka)

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