Diskussion über Graffiti und Street Art

"#PFORZHEIMMALTAUS" in der östlichen Bahnhofsunterführung

Stadtrat Christof Weisenbacher kritisiert Äußerungen von Stadtratskollegen Reinhard Klein zu Graffiti und Street Art.

(Lesezeit: 3 Minuten)

Christof Weisenbacher, Stadtrat für die Gruppierung „Wir in Pforzheim“, zeigt sich verwundert über die neuesten „kleinkarierten“ Äußerungen von Stadtrat Reinhard Klein zum Thema Graffiti und Urban/Street Art.

Klein hat unlängst die Interaktionswand „#PFORZHEIMMALTAUS“ in der östlichen Bahnhofsunterführung grundsätzlich begrüßt, aber die kurz nach Übergabe entstandenen Schmierereien als „absehbar“ kommentiert. „Ein Teil unserer Bevölkerung will so etwas nicht und ist auf Verunstaltung aus. Dazu gehört auch das illegale Sprayen“, so Klein. Er könne nur davor warnen, ähnliche Entwicklungen in Pforzheim zuzulassen, wie in Berlin, wo „überall im Stadtgebiet [..] illegale Schmierereien und Graffiti zu sehen“ seien.

„Herr Klein weiß offensichtlich nicht, wovon er redet. Er wirft Schmierereien, Graffiti-Tags und Street Art wild durcheinander in seinen Äußerungen. Ich war Anfang August ebenfalls in Berlin, nicht zuletzt in Berlin-Kreuzberg der Geburtsstätte der Urban Art und Graffiti in Deutschland. Dort ist vermutlich eine der höchsten Graffiti-Dichten in Deutschland. Das hat jedoch nur teilweise etwas mit Street Art zu tun.
Ich weiß nicht, was sich Herr Klein in Berlin angeschaut hat“, so Weisenbacher. Klein hätte an einer Stadtführung zum Thema Street Art teilnehmen oder die Projekte „Urban Spree“ oder die East Side Gallery anschauen können, um sich weiterzubilden können in diesen Bereichen. „Stattdessen ist er wohl ahnungslos durch die City gelaufen und hat überall Graffiti-Tags und -Schmierereien wahrgenommen. Aber Büchenbronn ist nicht Berlin und das hat mit der Diskussion in Pforzheim nichts zu tun“, so Christof Weisenbacher.

Die Gemeinderatsfraktion Pforzheim/DIE LINKE habe schon vor Jahren einen Antrag auf Prüfung legaler Graffiti-Wände gestellt und eine Diskussion gefordert. Weisenbacher fordert, dass dies jetzt in die Tat umgesetzt werden sollte. Statt die Diskussion auf dieser „kleinbürgerlichen Ebene à la Stadtrat Klein, Freie Wähler, FDP, UB und Co.“ zu führen, sollte in Pforzheim eine Diskussion über Street Art und urbane Kunst geführt werden. Das werde nur dann stattfinden, wenn zusammen mit lokalen Akteuren wie beispielsweise dem Stadtjugendring, der Sparkasse und Graffiti-Künstler*innen „ein tatsächliches Kunstprojekt oder eine Graffiti-Ausstellung im öffentlichen Raum“ durchgeführt wird. Die Sparkasse ist vor Jahren vorangegangen und hat ihre Halle zur Verfügung gestellt.

Appell an OB Boch

„Ich appelliere an OB Boch sich dieses Themas anzunehmen und die lokalen Akteure zusammen zu bringen, und diese emotional geführte Debatte zu versachlichen. Nachdem Herr Boch immer betont wie wichtig ihm die Jugend und Familien sind, ist dies ein Ansatzpunkt. Die Förderung der Sub- und Jugendkultur wie Graffiti-Kunst dient ebenfalls der viel zitierten Familienfreundlichkeit einer Stadt“, so Christof Weisenbacher.

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Besim Karadeniz (bka), Jahrgang 1975, ist Autor und Erfinder von PF-BITS seit 2016. Er ist beruflich selbstständiger Web-Berater und -Entwickler. Neben PF-BITS betreut er mehrere weitere Online-Projekte und kann auf einen inzwischen über 25-jährigen Online-Erfahrungsschatz zurückblicken. Neben der technischen Betreuung von PF-BITS schreibt er regelmäßig Artikel und Kolumnen und ist zuständig für den Kontakt zu Partnern und Autoren.