Stadt skizziert „Weg zum neuen Gewerbegebiet“

Wohin soll es gehen in Sachen Gewerbegebiet - Klapfenhardt oder Ochsenwäldle?

Untersuchungen und Gutachten abgeschlossen. Stadt stellt Unterlagen zur Einsicht bereit. Für beide Gebiete Klapfenhardt und Ochsenwäldle "hohe Hürden zu überwinden".

(Lesezeit: 3 Minuten)

Über zwei Jahre Untersuchungs- und Gutachterarbeit liegt hinter dem Auftrag des Gemeinderates zur Prüfung der möglichen Gewerbegebietsflächen Klapfenhardt im Nordwesten und Ochsenwäldle im Südosten. Seit gestern stellt die Stadt nun ihre Erkenntnisse der „ergebnisoffenen Prüfung“ zunächst dem Gemeinderat und heute der Öffentlichkeit vor.

Eine zentrale Erkenntnis ist, dass der Weg zu einem neuen Gewerbegebiet bei beiden potentiellen Flächen steinig bleibt, zumindest aber vergleichbar sei. Das sei vor allem auf den Schutz von Tierarten zurückzuführen, da die Artenschutzrelevant bei beiden Gebieten erheblich gravierender sei, als ursprünglich vermutet. Im Gewann Ochsenwäldle gehe es dabei um Fledermäuse und in Klapfenhardt zusätzlich auch noch um Vögel.

In beiden Gebieten werden voraussichtlich daher „Verbotstatbestände nach dem Bundesnaturschutzgesetzt“ eintreten, die nur durch Ausnahmegenehmigungen aufgehoben werden könnten und umfangreich begründet werden müssen.

Erhebliche Prüfaufgaben notwendig

Damit wird klar, dass so schnell kein neues Gewerbegebiet entstehen wird. Zunächst muss durch eine „vertiefte Alternativprüfung“ belegt werden, dass es keine zumutbaren Alternativen zu beiden Flächen gibt. Außerdem dürfen sich die Population der betroffenen Tierarten der Flächen trotz Ausnahmegenehmigung nicht verschlechtern oder müssen adäquat ausgeglichen werden. Das kann im ungünstigsten Fall bedeuten, dass Tierarten umgezogen und daher zunächst neue Lebensräume angelegt werden müssten.

Schon hier bestehe eine große Unsicherheit, ob es überhaupt geeignete Flächen im erforderlichen Umfang gibt. „Mit einem möglichen Biodiversitätsverlust und den hiermit verbundenen vielfältigen Risiken gilt es also sowohl für Klapfenhardt als auch für Ochsenwäldle umzugehen“, hält Bürgermeisterin Sibylle Schüssler fest und fordert gleichzeitig zu einem sorgfältigen Umgang mit der belebten Natur auf.

Entscheidung für ein Gewerbegebiet empfohlen

Eine Kernaussage der Prüfergebnisse ist, dass sich der Gemeinderat im November auf ein Gebiet fokussieren soll, für das nun die weiteren Untersuchungen durchgeführt werden sollen, da die zusätzlichen Aufgabenstellungen „zwei bis drei Jahre“ andauern würden und nicht für beide Gebiete parallel durchgeführt werden könnten. „Es ist [..] wichtig, dass der Gemeinderat im November eine grundsätzliche Entscheidung trifft, auf welches Gebiet er sich fokussieren möchte“, so Oberbürgermeister Peter Boch weiter. Dies sei eine Abwägungsfrage. „Wir gehen ergebnisoffen in diesen Prozess.“

Nun beginne die Phase der Kommunikation mit unterschiedlichsten Akteuren. Dazu gehöre der Runde Tisch mit den Verbänden und Bürgerinitiativen, genauso aber auch die Kommunikation mit den unmittelbaren Umlandgemeinden. Eine Entscheidung im Gemeinderat ist dann für November geplant.

Ergebnisse online verfügbar

Unter der Web-Adresse www.pforzheim.de/gewerbeflaechen/ stellt die Stadt ab heute umfangreiche Unterlagen, Karten, Gutachten und die Präsentation zur Verfügung, mit der am gestrigen Dienstag die Stadträte informiert wurden.

(bka/Pressemitteilung Stadt Pforzheim)

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