Warum ist der Himmel so gelb?

Staub im Himmel erzeugt gelbe Farbe

Staub aus der Sahara sorgt in einer seltenen Wetterlage für ein spektakuläres Licht.

(Lesezeit: 3 Minuten)

Seit dem Mittag lässt sich über der Region eine seltene Wetterlage beobachten. Und tatsächlich hat sich nicht der Seheindruck geändert, sondern es ist tatsächlich „gelb draußen“ wie während eines Sandsturms. Und der Vergleich ist auch gar nicht so falsch, denn die spektakuläre Wetterlage entsteht maßgeblich durch Sand im Himmel.

Das ist natürlich nicht so grober Sand wie im Sandkasten, sondern der kommt als Staub daher. Und der ist so extrem fein, dass er schon einen sehr weiten Weg hinter sich hat, da er aus dem nördlichen Afrika kommt. Dort ist es tagsüber inzwischen heiß genug, dass warme Luft in größere Höhen aufsteigt und dort aufgrund der Windrichtung über das Mittelmeer, Italien und der Schweiz bis nach Süddeutschland kommt. Sehr oft sieht man dieses Schauspiel leider nicht, da so eine Wetterlage meist nachts auftritt und nur sehr selten am Tage. Tagsüber aber färbt das Sonnenlicht den Himmel auf diese Weise gelb bis orange. Die typisch ockerbraune Farbe, wie sie in Sandstürmen auftritt, wird jedoch mit der Staubgröße (glücklicherweise) nicht erreicht.

Überall Staub

Nachteil des Schauspiels: Auf praktisch jeder Oberfläche landet dieser Staub. Wischt man mit einem Tuch über eine bis gestern weitgehend saubere Fensterbank, so sieht das so aus:

Staub im Himmel auf einem Tuch

Ähnlich sieht es auf Autos auf und genau da wird es nicht ganz ungefährlich. Denn Sie sollten keinesfalls den Staub einfach so herunterwischen, da der Druck und die Staubkörner wie feines Schmirgelpapier wirken und den Lack beschädigen. Daher sollten Autobesitzer entweder ihren Boliden bei so einem Wetter schleunigst in die Garage fahren oder nach dem „Sandsturm“ den Wagen mit Wasser abwaschen. Auch ein Besuch in der Autowaschanlage kann nicht schaden, da hier üblicherweise vor dem Bürsteneinsatz ein Wasserfilm den größeren Schmutz herunterwäscht.

Fotografieren: Nicht ganz leicht

Wer das Spektakel mit einer Digitalkamera oder einem Smartphone fotografieren möchte, wird übrigens Zeuge moderner Technik, denn entweder sind die fotografierten Bilder fast oder gänzlich weiß, anstatt gelb.

Das liegt daran, dass Digitalkameras einen automatischen Weißabgleich machen, sich also errechnen, was Weiß eigentlich ist. Einen gelben Himmel versuchen Digitalkameras dann also auf Weiß zu regeln, um den Farbeindruck möglichst auf normale Tageslichtverhältnisse umzurechnen.

Um also den staubigen Tag zu fotografieren, schaltet man entweder den Weißabgleich auf manuell und stellt als Lichtfarbe Tageslicht (oder 5.400 Kelvin) ein oder bearbeitet manuell ein „weißes“ Foto auf Tageslicht bzw. 5.400 Kelvin um.

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Besim Karadeniz (bka), Jahrgang 1975, ist Autor und Erfinder von PF-BITS seit 2016. Er ist beruflich selbstständiger Web-Berater und -Entwickler. Neben PF-BITS betreut er mehrere weitere Online-Projekte und kann auf einen inzwischen über 25-jährigen Online-Erfahrungsschatz zurückblicken. Neben der technischen Betreuung von PF-BITS schreibt er regelmäßig Artikel und Kolumnen und ist zuständig für den Kontakt zu Partnern und Autoren.