Endet die Ära des gelben Sacks?

Teile des Gemeinderats sehen den vollständigen Wechsel auf die gelbe Tonne als kritisch an. Für Boch ein "wichtiger Baustein" in Sachen Sicherheit und Sauberkeit.

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Sie sind regelmäßig ein Ärgernis in Sachen Sauberkeit und besonders schön sehen die Berge an gelben Säcken, die am Tage der Abholung (und oft auch Tage davor) an den Straßenrändern stehen, auch nicht aus. Und zudem gibt es bei der Verteilung der Sackrollen in jedem Jahr eine Menge Diskussionen darüber, dass Haushalte keine Sackrollen geliefert bekommen, weil beispielsweise einzelne Haushalte gleich zu mehreren Sackrollen vor der Türe greifen.

Dennoch ist die Einführung der „gelben Tonne“ als Alternative zu den gelben Säcken alles andere als eine gemachte Sache. Im Gemeinderat gibt es hierzu viel Konsens, der sich vor allem an der Problematik festmacht, dass eine Einführung der gelben Tonne gleichzeitig auch bedeutet, dass es keine gelben Säcke mehr gibt – und zwar auch nicht als Notlösung, wenn beispielsweise die gelbe Tonne eines Haushaltes oder eine Haushaltsgemeinschaft voll ist und noch zusätzlicher Verpackungsabfall entsorgt werden muss.

Für die Stadtspitze ist die gelbe Tonne ein wichtiger Baustein in der Gesamtkonzeption zu „Sicherheit und Sauberkeit“, so Oberbürgermeister Peter Boch in einer Mitteilung. Schon jetzt werden gelbe Tonnen mit 240 Liter und 1.100 Liter Fassungsvermögen von Veolia abgeholt. Wenn es nach der städtischen Abfallwirtschaft und dem Oberbürgermeister geht, soll die gelbe Tonne ab dem 1. Januar 2022 flächendeckend bindend sein. Die Ausschreibung des Dualen Systems für das Entsorgungsunternehmen läuft ab April/Mai, aktuell werden die Rahmenbedingungen hierfür gesteckt.

Wenn der Vorschlag vom Gemeinderat angenommen wird, werden in der zweiten Jahreshälfte 2021 gelbe Tonnen der Größen 120 Liter, 240 Liter und 1.100 Liter von dem Entsorgungsunternehmen an die Haushalte verteilt. „In der Stadt Pforzheim sind momentan circa 18.000 Haushalte an eine gelbe Tonne angeschlossen. Bei einer flächendeckenden Einführung rechnen wir mit ungefähr 12.000 weiteren Tonnen,“ erklärt Michael von Rüden, der das Projekt von Seiten der städtischen Abfallwirtschaft begleitet.

Da bereits Bedenken geäußert wurden, dass es Haushalte gibt, die den Platz für eine weitere Tonne nicht aufbringen können, empfiehlt die Abfallwirtschaft der Stadt Pforzheim, „Müllgemeinschaften zu bilden und gemeinsam Tonnen zu bestellen“. Bereits jetzt sei es möglich, kostenfrei eine gelbe Tonne beim Entsorgungsunternehmen Veolia im Tausch für die bisherigen gelben Säcke zu bestellen.

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Besim Karadeniz (bka), Jahrgang 1975, ist Autor und Erfinder von PF-BITS seit 2016. Er ist beruflich selbstständiger Web-Berater und -Entwickler. Neben PF-BITS betreut er mehrere weitere Online-Projekte und kann auf einen inzwischen über 25-jährigen Online-Erfahrungsschatz zurückblicken. Neben der technischen Betreuung von PF-BITS schreibt er regelmäßig Artikel und Kolumnen und ist zuständig für den Kontakt zu Partnern und Autoren.