Pforzheimer Covid-19-Patienten werden verlegt

Rettungswagen (Symbolbild) Foto: Kuma Kum via Unsplash.com

Was sich in den Statistiken Mitte dieser Woche als vermeintliche Entspannung in den Intensivstationen las, ist in Wirklichkeit dramatisch.

(Lesezeit: 3 Minuten)

Dass Rettungshubschrauber die örtlichen Kliniken in Pforzheim anfliegen, ist keine Besonderheit. Betrachtet man das aber aus Sicht der Corona-Pandemie und aktuellen Geschehnissen, zeigt sich ein dramatisches Bild. Beispiel: Letzte Woche.

Wer sich die Belegungszahlen der Intensivbetten am Donnerstag und Freitag angeschaut hat (diese sind nahezu tagesaktuell über statistische Auswertungen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin DIVI öffentlich verfügbar), konnte den Eindruck bekommen, dass an der Intensivstationsfront in Pforzheim Besserung eintritt. Am Freitag, 26. November 2021, wurden insgesamt 13 Covid-19-Patienten aus den Intensivstationen des Helios Klinikums und des Siloah St. Trudpert Klinikums gemeldet; gegenüber dem Vortrag immerhin fünf Intensivpatienten weniger. Sind diese Patienten alle gesund geworden oder konnten auf die Normalstation verlegt werden? Nachgefragt beim Helios Klinikum Pforzheim:

„Unsere Intensivstation verfügt über 20 Betten, wovon wir aktuell 15 Betten belegen können“, sagt Silke Bentner von der Marketing- und Unternehmenskommunikation des Klinikum. Davon waren am Donnerstag 10 Betten mit Covid-19-Patienten belegt und damit weit über dem, was die Bundesregierung für Krankenhäuser dieser Größe fordert.

In Wirklichkeit mit Covid19-Patienten überlastet

Wer ahnen wollte, was am Mittwoch im Helios Klinikum passierte und was zu fünf Patienten weniger führte, musste einfach nur aus dem Fenster schauen und die anfliegenden Hubschrauber beobachten. Und da zeigte sich dann seltener Besuch auf dem Hubschrauberlandeplatz des Helios Klinikums, nämlich ein Rettungshubschrauber der ADAC-Luftrettung aus der Westpfalz (Christoph 66) und sogar ein Intensivtransporthubschrauber der Johanniter Luftrettung aus dem fernen Gießen (Christoph 90).

Zusammen mit weiteren bodengebundenen Intensivtransportern wurden insgesamt fünf beatmungspflichtige Patienten in andere Krankenhäuser im Saarland und in Rheinland-Pfalz transportiert. Und das ist auch schon das so genannte „Kleeblatt-Prinzip“, nach dem Patienten in andere Regionen verteilt werden müssen, wenn einzelne Regionen überlastet sind. Das Kleeblatt Südwest beinhaltet neben Baden-Württemberg auch die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen.

„Zunächst haben wir geprüft,“ so Bentner, „ob verlegungsfähige Patienten innerhalb unseres Clusters verlegt werden können. Da dies nicht möglich war, wurde das Kleeblatt-Konzept angewandt, bei dem Patienten in zugeordnete Bundesländer oder bundesweit verlegt werden.“ Die Verlegung erfolgte hierbei in Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz und ins Saarland, ebenso wie auch Patienten aus Krankenhäusern in Karlsruhe.

Dies ist ein umfangreich recherchierter Beitrag – für Sie!

Recherche-intensive Artikel in PF-BITS werden maßgeblich durch die Mitgliedschaft engagierter Leser finanziert. Finden Sie gut, was wir hier tun? Dann zeigen Sie es uns auch mit Ihrer Wertschätzung!

Unterstützen auch Sie PF-BITS mit einem regelmäßigen Beitrag zur Förderung unserer publizistischen Arbeit.

Besim Karadeniz
Über Besim Karadeniz 3149 Artikel
Besim Karadeniz (bka), Jahrgang 1975, ist Autor und Erfinder von PF-BITS seit 2016. Er ist beruflich selbstständiger Web-Berater und -Entwickler. Neben PF-BITS betreut er mehrere weitere Online-Projekte und kann auf einen inzwischen über 25-jährigen Online-Erfahrungsschatz zurückblicken. Neben der technischen Betreuung von PF-BITS schreibt er regelmäßig Artikel und Kolumnen und ist zuständig für den Kontakt zu Partnern und Autoren.