Gesundheitsamt beantwortet Fragen zur Booster-Impfung

Corona-Schutzimpfstoff "Janssen" von Johnson & Johnson (Foto: Mika Baumeister on Unsplash)

Auf häufig gestellte Fragen zur Booster-Impfung, also der Corona-Auffrischimpfung einige Monate nach der/den ursprünglichen Impfung(en), geht das Gesundheitsamt Pforzheim ein.

(Lesezeit: 4 Minuten)

Welche Impfstoffe stehen derzeit zur Verfügung?

Aktuell werden die mRNA-Seren von Moderna (Name: Spikevax) und BioNTech (Name: Comirnaty) verimpft. Der Impfstoff von Johnson & Johnson (Name: Janssen) wird für die Grundimmunisierung bei Volljährigen angeboten. BioNTech wird derzeit bevorzugt bei Menschen unter 30 Jahren eingesetzt, da bei ihnen (und bei Schwangeren) Moderna von der Ständigen Impfkommission (Stiko) nicht empfohlen wird. Der Grund sind Daten, die in dieser Altersgruppe auf eine leicht höhere Gefahr von Herzmuskelentzündungen nach der Impfung mit Moderna im Vergleich zu BioNTech hinweisen. Bei über 30-jährigen sind beide Impfstoffe gleich sicher; Moderna wirkt dabei sogar etwas besser.

Auch der Impfstoff für die Impfung von Kindern ab 5 Jahren, die ab Mitte Dezember anläuft, kommt von BioNTech. Der Impfstoff von AstraZeneca (Handelsname: Vaxzevria) wird in Deutschland nicht mehr eingesetzt.

Wann sollte ich mich boostern lassen?

Die Stiko empfiehlt als Richtschnur die Nach-Impfung 5 bis 6 Monate nach der Grundimmunisierung. Gesunde Menschen sind in dieser Zeit vor schweren Verläufen gut geschützt. Da die Schutzwirkung unterschiedlich lange anhält, empfehlen Experten insbesondere für Hochbetagte und Menschen mit Vorerkrankungen bereits eine frühere Auffrischung. So kann bei der Impfung allein mit AstraZeneca oder BioNTech der Schutz bereits nach drei Monaten deutlich nachlassen. Nach der Einmal-Impfung mit Johnson & Johnson wird eine generelle Nach-Impfung mit Moderna oder BioNTech sogar bereits nach 4 Wochen empfohlen.

„Den längsten Schutz scheinen aktuellen Studien zufolge die Impfung mit Moderna (zwei Mal) oder die Kreuzimpfung (AstraZeneca plus BioNTech oder Moderna) zu bieten“, sagt Dr. Brigitte Joggerst, Leiterin des Gesundheitsamts. Der Abstand von 5 Monaten sollte jedoch nicht unterschritten werden: „So lange braucht das Immunsystem, um eine dauerhafte Abwehr aufzubauen.“

Wirkt die Impfung auch gegen die neue Omikron-Variante?

Die Datenlage ist noch spärlich. Aktuell geht man davon aus, dass ein Schutz auch gegen die neue Omikron-Variante besteht, insbesondere, wenn die Booster-Impfung schon erfolgt ist. Allerdings ist die Schutzwirkung weniger gut als gegen die bisherigen Varianten. Zudem ist unklar, ob die neue Variante das Delta-Virus ablösen wird. Gegen die Delta- und die anderen Varianten haben sich die Impfungen als weitgehend wirksam gezeigt.

Warum kommt es zu „Impf-Durchbrüchen“?

Das hat unterschiedliche Ursachen. So reagiert bei einigen Menschen das Immunsystem schwächer als bei anderen auf die Impfung. Insbesondere bei Älteren ist der Schutz daher nicht so stark, oder er lässt schneller nach. Deshalb ist die rechtzeitige Auffrisch-Impfung wichtig.

Ein weiterer Grund sind neu auftretende Virus-Varianten: Da die bisher eingesetzten Impfstoffe auf einzelne Teile des Virus‘ zielen, sind sie möglicherweise weniger wirksam, wenn das Virus sich verändert.

Schließlich lässt die Schutzwirkung nach wenigen Monaten nach, so dass eine lokale Infektion mit Halsschmerzen und Schnupfen möglich ist. Das Virus kann aber nicht tief in den Körper eindringen, das heißt der Schutz gegen schwere Verläufe ist weiterhin vorhanden. In den meisten Fällen einer Covid 19-Erkrankung trotz Impfung, also einem sogenannten Impf-Durchbruch, verläuft die Krankheit deshalb mit milden oder ganz ohne Symptome.

Bekomme ich in den Impf-Stützpunkten die Booster-Impfung?

Ja. Stützpunkte und Ambulanz bieten Erst-, Zweit- und die Auffrischungs-Impfung, den sogenannten Booster. Auch bei den meisten Impfaktionen werden alle drei Impfarten durchgeführt.

Was muss ich zum Impfen mitbringen?

Wer sich impfen lassen will, braucht einen Identitäts-Nachweis; normalerweise ist das der Personalausweis. Die Impfung ist zwar kostenlos, es erleichtert jedoch die Bearbeitung, wenn die Krankenkassen-Karte vorgelegt wird. Für die Boosterung ist der Nachweis über die Grundimmunisierung zwingend erforderlich, zum Beispiel in Form des gelben Impf-Passes. Kinder und Jugendliche bis 17 Jahren benötigen eine Einverständniserklärung des oder der Erziehungsberechtigten.

Besim Karadeniz
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Besim Karadeniz (bka), Jahrgang 1975, ist Autor und Erfinder von PF-BITS seit 2016. Er ist beruflich selbstständiger Web-Berater und -Entwickler. Neben PF-BITS betreut er mehrere weitere Online-Projekte und kann auf einen inzwischen über 25-jährigen Online-Erfahrungsschatz zurückblicken. Neben der technischen Betreuung von PF-BITS schreibt er regelmäßig Artikel und Kolumnen und ist zuständig für den Kontakt zu Partnern und Autoren.