Wandernagelkreuz von Coventry im Rathaus

Roland Ganninger übergibt Oberbürgermeister Peter Boch das Wandernagelkreuz (Foto: Stadt Pforzheim/Ella Martin)

Wandernagelkreuz kann bis Anfang April im Stadtlabor im Rathaus besichtigt werden.

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Seit Mittwoch steht das Wandernagelkreuz von Coventry wieder im Rathaus. Roland Ganninger hat als Vertreter des Nagelkreuzzentrums Pforzheim das Wandernagelkreuz von Coventry an Oberbürgermeister Peter Boch überreicht. Bis Anfang April steht es nun in einer Vitrine im Stadtlabor und kann besichtigt werden.

Das Nagelkreuz wechselt jährlich seinen Standort, um den Versöhnungsgedanken stets an unterschiedliche Orte und in Institutionen zu tragen. So wird es auch stets etwa zwei Wochen vor den 23. Februar im Neuen Rathaus ausgestellt. Zuvor war das Wandernagelkreuz für fast ein Jahr in der Martinskirche bei der evangelischen Kirchengemeinde in Nöttingen. Nach der Ausstellung im Stadtlabor wandert das Nagelkreuz zur evangelischen Kirchengemeinde Blankenloch.

„Es ist für mich selbstverständlich die Versöhnungsarbeit des Nagelkreuzzentrums zu unterstützen und ich bin froh, dass wir dieses Symbol für Frieden, Versöhnung und Bewahrung jedes Jahr im Rathaus ausstellen dürfen. In einer Welt, die immer noch von Kriegen erschüttert wird, sind wir alle gefragt, uns für eine friedlichere Welt einzusetzen“, so der Rathauschef in seiner Begrüßung.

In diesem Jahr bietet die Abteilung Kulturelle Bildung des Kulturamts Jugendgruppen oder Schulklassen die Möglichkeit, inhaltlich und künstlerisch zu dem Thema Wandernagelkreuz – Frieden und Versöhnung zu arbeiten. Den Auftakt machte die Konfirmandengruppe der Friedensgemeinde. Der Workshop mit den Jugendlichen wurde von Susanne Reinmüller durchgeführt und von Pfarrer Gölz-Eisinger von der Stadtkirche und Pfarrerin Kamper von der Markuskirche unterstützend begleitet. Eine kleine Auswahl der entstandenen Arbeiten wird gemeinsam mit dem Wandernagelkreuz ausgestellt und soll auch zur Einladung von anderen interessierten Jugendlichen dienen. Roland Ganninger hob hervor, welche Rolle die Jugend bei dem Bewahren von Frieden hat und wie wichtig Erinnerungskultur dabei ist: „Gewissen kommt von Wissen, deshalb ist es so wichtig das Wissen weiterzugeben.“

Das Pforzheimer Nagelkreuz wurde am 23. Februar 2005, dem 60. Jahrestag der Zerstörung Pforzheims, durch den früheren Propst von Coventry, Very Reverend John Petty, an die Evangelische Stadtkirche Pforzheim übergeben. Am 21. Februar 2010 erhielt das Nagelkreuzzentrum Pforzheim ein zusätzliches Wandernagelkreuz.

Nach der Zerstörung der Kathedrale von Coventry (England) am 14. November 1940 durch deutsche Bombenangriffe ließ der damalige Dompropst Richard Howard die Worte „FATHER FORGIVE“ (Vater vergib) in die Chorwand der Ruine einmeißeln. Außerdem ließ er drei große Zimmermannsnägel aus dem Dachstuhl der zerstörten Kathedrale zu einem Kreuz zusammensetzen. Dieses Original-Nagelkreuz steht auf dem Altar der neuen Kathedrale von Coventry – als Symbol der Vergebung und des Neuanfangs.

Besim Karadeniz
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