Gedenkfahrt zu Ehren von Andreas Mandalka

'Ghostbike' an der Unfallstelle von Andreas Mandalka (Foto: Christof Weisenbacher)

Rund 550 Fahrradfahrer gedenken Radaktivisten "Natenom". Weißgestrichenes "Ghost-Bike" am Unfallort aufgestellt.

(Lesezeit: 3 Minuten)

Etwa 550 Fahrradfahrer und Aktivisten beteiligten sich am Sonntag an der Gedenkfahrt zu Ehren des vor einer Woche tödlich verunglückten Fahrradaktivisten Andreas Mandalka alias „Natenom“. Der Demonstrationszug erstreckte sich dabei als eine Tour von der Pforzheimer Lindenstraße – dem Sitz der Staatsanwaltschaft Pforzheim – bis zur Unfallstelle auf der Landesstraße L 574 zwischen Schellbronn und Neuhausen.

Gedenken an Andreas Mandalka am Unfallort (Foto: Christof Weisenbacher)

In einer Ansprache zu Beginn der Demonstration erinnerte Christof Weisenbacher an Mandalka. Er begegnete ihm im Frühjahr 2018 bei der ersten Critical-Mass-Tour in Pforzheim und kam mit ihm ins Gespräch über seine Erfahrungen und Begegnungen mit Auto- und Busfahrern auf der Straße. Eine auf Video dokumentierte Straßenverkehrsgefährdung führte Mitte 2019 dazu, dass Weisenbacher sich mit einem Offenen Brief an die Staatsanwaltschaft und die damalige Polizeipräsidentin wandte. In einem Antwortschreiben wurde der Vorfall, so Weisenbacher, „heruntergespielt“ und man schrieb Mandalka „Belastungseifer bezüglich der Anzeigenerstattung“ zu. „Für die Ermittlungs- und Strafverfolgungsbehörden war es immer nur eine abstrakte Gefährdung. Für ihn war die Gefährdung sehr konkret; so konkret, dass er viele dieser Fälle immer wieder zur Anzeige gebracht hat“, so Weisenbacher. Für ihn, Weisenbacher, sei daher klar gewesen, dass „Andreas [..] gegen diese juristische Ablehnung kaum eine Chance [hatte]“.

Die Politik sowie die Ermittlungs- und Strafverfolgungsbehörden müssten sich die Frage gefallen lassen, wie viele solcher konkreter Gefährdungen „noch notwendig“ seien, um „endlich Maßnahmen zu ergreifen, die den Radfahrerinnen und Radfahrern überall nicht nur abstrakte, sondern ganz konkrete Sicherheit im Alltag zu geben“.

Am Ziel, dem Unfallort von Mandalka, wurde gegen 14 Uhr mit einer Schweigeminute an den Aktivisten gedacht und ein mitgebrachtes, so genanntes „Ghost-Bike“ aufgestellt. Diese weißgestrichenen „Geisterräder“ kommen ursprünglich aus den USA, um mit deren Aufstellung an Unfallorten mit Fahrradfahrern deren zu gedenken.

In weiteren Redebeiträgen waren Vertreter der Radverkehrsinitiative Critical Mass Pforzheim, des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs und der Landtagsabgeordnete Hermino Katzenstein (Bündnis 90/Die Grünen) zu hören.

Demonstration nicht ganz störungsfrei

Die Badischen Neuesten Nachrichten berichten, dass nach Angaben der Veranstalter insgesamt zwei Zwischenfälle verzeichnet werden mussten. Dabei kam es zu Durchbrechungen des Demonstrationszuges durch Autos und in einem Fall Augenzeugenberichten zufolge zu einem körperlichen Angriff auf einen Ordner.

Besim Karadeniz
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Besim Karadeniz (bka), Jahrgang 1975, ist Autor und Erfinder von PF-BITS seit 2016. Er ist beruflich selbstständiger Web-Berater und -Entwickler. Neben PF-BITS betreut er mehrere weitere Online-Projekte und kann auf einen inzwischen über 25-jährigen Online-Erfahrungsschatz zurückblicken. Neben der technischen Betreuung von PF-BITS schreibt er regelmäßig Artikel und Kolumnen und ist zuständig für den Kontakt zu Partnern und Autoren.