Zwei Filmemacher zu Besuch im Open-Air-Kino

Filmemacher Christian Vogel im Open-Air-Kino Pforzheim mit Timo Gerstel

„Dodokay“ alias Dominik Kuhn zum Film „Die 1.000 Glotzböbbel vom Dr. Mabuse“

Dominik Kuhn aus Reutlingen ist erst einmal ein Allerweltsname. Kennt man seinen Künstlernamen „Dodokay“ und sucht in einer Suchmaschine danach, dann gibt es sehr schnell einen Aha-Effekt … ach, der ist das! Die vielen Berufe von Kuhn zu beschreiben, sprengt jeden Lebenslauf: Tontechniker (gelernt), Drehbuchschreiber, Übersetzer, Synchronsprecher, Produzent, Regisseur, Musiker, Komiker – scheinbar alles kann der in Reutlingen beheimatete Schwabe. Bekannt geworden ist er 1998 freilich mit seinem inzwischen millionenfach gesehenen Filmchen „Virales Marketing im Todesstern“, lippensynchron gesprochen auf einer Szene eines Star-Wars-Film.

Dodokay alias Dominik Kuhn im Pressegespräch im Open-Air-Kino Pforzheim

Genau diese Kunst hat Kuhn auch in seinem aktuellen Filmprojekt angewandt und dazu mit dem ersten Dr.-Mabuse-Film „Die 1000 Augen des Dr. Mabuse“ einen Klassiker von Fritz Lang adaptiert. Da geht es dann nicht mehr um einen ermordeten Fernsehredakteur, sondern um die „schwäbisch“ Entwicklung namens Internet, das in einem Gasthof „Zum goldenen Grasdackel“ auf der Schwäbischen Alb seine Zentrale haben soll.

Ein witziger Film, der zum Start des diesjährigen Open-Air-Kinos von Kommunalem Kino und Kulturhaus Osterfeld am Donnerstagabend immerhin rund 380 Zuschauer unter den Sternenhimmel gelockt hat. In einer zehnminütigen Begrüßung und „Starinterview“, live aus dem Vorführraum in der Osterfeld-Grundschule, stellten der sympathische Kuhn und Open-Air-Projektionist Timo Gerstel den Film selbstverständlich in breitester Mundart vor und gaben einige Anekdoten rund um den Film zum Besten.

Christian Vogel zum Film „Egal was kommt“

Ebenfalls frisch in den Kinos ist der Dokumentarfilm des Fernsehredakteurs Christian Vogel, der in seinem Film den Lebenstraum einer Weltumrundung auf seinem Motorrad erfüllt und das mit eindrucksvollen Bildern dokumentiert hat. Nach einem Jahr, mit 650 Stunden Filmmaterial, dem gleichen (inzwischen unterwegs mehrfach reparierten) Motorrad und viel Erfahrung kam Vogel zurück ins Hessische und produzierte einige Monate später seinen Film.

Filmemacher Christian Vogel im Open-Air-Kino Pforzheim mit Timo Gerstel

Der wiederum ist nicht weniger als eine Ode an die Weltoffenheit und Gastfreundschaft. So erhält Vogel von einem pakistanischen Polizisten etwas Geld, nachdem kein Geldautomat im Land Geld ausspucken mag. In Indien wiederum wird sein Motorrad in einer der wenigen BMW-Werkstätten repariert und auf der ganzen, weiten Strecke sind ihm andere Motorradfahrer bei kleinen und großen Problemen behilflich. „Ich hatte auch einmal Probleme auf einer Reise“, so ein anderer Biker, „und nun helfe ich anderen Bikern.“

Vogel stand am Samstag für eine Einleitung an die rund 320 Zuschauer vor der Open-Air-Kamera und blieb nach dem Film auch eine ganze Weile noch im Innenhof des Kulturhauses, um Fragen der vielen dagebliebenen Zuschauern zu beantworten. Und auch sein Motorrad konnte direkt bestaunt werden, immerhin war er in der Geschichte des Open-Air-Kinos der erste und wohl für lange Zeit auch der einzige, der mit seinem Motorrad fast direkt vor die Leinwand fahren durfte.

Tipp: Der Film „Egal was kommt“ wird in der nächsten Woche noch zwei Mal im Saal des Kommunalen Kinos vorgeführt. Tickets können im Vorverkauf gekauft werden.

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Besim Karadeniz (bka), Jahrgang 1975, ist Autor und Erfinder von PF-BITS seit 2016. Er ist beruflich selbstständiger Web-Berater und -Entwickler. Neben PF-BITS betreut er mehrere weitere Online-Projekte und kann auf einen inzwischen über zwanzigjährigen Online-Erfahrungsschatz zurückblicken. Neben der technischen Betreuung von PF-BITS schreibt er regelmäßig Artikel und Kolumnen und ist zuständig für den Kontakt zu Partnern und Autoren.