Politisches Echo zum Gruschtelmarkt

Leere Bahnen auf dem Pforzheimer Gruschtelmarkt 2019
Leere Bahnen auf dem Pforzheimer Gruschtelmarkt 2019

Standort im Enzauenpark sorgt für Kritik auch im Gemeinderat. WSP-Chef Reitz signalisiert Gesprächsbereitschaft.

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Der diesjährige Gruschtelmarkt-Standort im Enzauenpark sorgt nicht nur bei Besucher und Verkäufer für Diskussionen, sondern auch bei Gemeinderatsfraktionen.

Kritik von Gemeinderatsfraktionen

„Der Pforzheimer Gruschtelmarkt muss wieder in die Innenstadt zurück!“ so Ralf Fuhrmann in einer Mitteilung der SPD-Gemeinderatsfraktion. „Ohne Not“ sei der Nachtgruschtelmarkt, der parallel stattfindende Antikmarkt und die große Synergie mit dem Innenstadthandel aufgegeben worden. „Bei allen Besonderheiten in der Innenstadt ist der Gruschtelmarkt dort eine eigene Marke, den die Menschen von Klein bis Groß einfach lieben. Uns ist kein vernünftiger Grund bekannt, dieses einmalige besondere Konzept aufzugeben – auch wenn es ein professioneller Veranstalter eben nach diesen Vorgaben durchführen muss – zusammen mit den Händlern der Innenstadt!“

Ähnliche Gedanken zeigten bereits am Freitag die Stadträte der FDP/FW-Fraktion in einer Mitteilung, in der sie einen Gemeinderatsantrag für ein „Innenstadt-Eventkonzept“ an Oberbürgermeister Boch sandten.

Teil des Konzeptes solle sein, den Gruschtelmarkt zurück in die Innenstadt zu holen. Als Zielsetzung des Gesamtkonzeptes benennt die Fraktion, einen Großteil „der unnötigerweise an die Peripherie gedrängten Veranstaltungen wieder zurück in die Innenstadt zu holen.“ Dass man kurzfristig mal einen Ersatz benötige, wenn ein Betreiber unvorhergesehen abspringe, könne die Fraktion tolerieren. „Aber eine vollständige Ausrichtung auf den Enzauenpark als Veranstaltungsort für vormals in der Innenstadt beheimatete Events, lehnen wir ab“, so die fünf Stadträte. Der Gruschtelmarkt gehöre in die Innenstadt und die Fraktion erwarte von WSP-Chef Oliver Reitz dem Gemeinderat ein Konzept zu unterbreiten, wie er gedenke, einer Verödung entgegen zu wirken und einen Plan aufzuzeigen, wie er dafür sorgen wolle, regelmäßig Veranstaltungen in der Innenstadt zu bieten.

WSP zeigt Gesprächsbereitschaft

„Nach dem krankheitsbedingten Ausfall des ursprünglich vorgesehenen Grutschtelmarktbetreibers standen wir vor dem Problem, den Gruschtelmarkt komplett absagen zu müssen“, erinnert Reitz. Als sich dann mit dem Marktbetreiber Bernd Noll die räumliche und terminliche Alternative im Enzauenpark ergeben habe, sei es richtig gewesen, diesem Gedanken eine Chance zu geben. Das weitläufige Areal mit seinen unversiegelten Grünflächen habe durchaus und gerade für einen solchen Markt seine Reize, wenngleich die Parkplatzsituation nicht optimal sei.

„Wenn wir einen Weg finden, die Kosten und Auflagen für einen Gruschtelmarkt im Bereich der Innenstadt deutlich einzugrenzen und Möglichkeiten zu schaffen, Standflächen im Vorfeld online zu vergeben, kann dies für einen Marktbetreiber durchaus bessere Rahmenbedingungen schaffen“, so Reitz und deutet damit an, dass der Gruschtelmarkt durchaus wieder in die City zurückkehren könne, der Standort Fußgängerzone oder Waisenhausplatz solle dabei ergebnisoffen geprüft werden. Nicht zuletzt sei dies aber mit ausreichendem Vorlauf und vor allem einvernehmlich mit Geschäftsbetreibern und Anwohnern abzustimmen. Der Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing (WSP) könne und dürfe gemäß EU-Beihilferecht nicht selbst als Marktveranstalter auftreten. Gleichwohl will Reitz noch in diesem Sommer eine Lösung herbeiführen, die den Gruschtelmarkt und seine Standortfrage frühzeitig und verlässlich klärt.

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Besim Karadeniz (bka), Jahrgang 1975, ist Autor und Erfinder von PF-BITS seit 2016. Er ist beruflich selbstständiger Web-Berater und -Entwickler. Neben PF-BITS betreut er mehrere weitere Online-Projekte und kann auf einen inzwischen über zwanzigjährigen Online-Erfahrungsschatz zurückblicken. Neben der technischen Betreuung von PF-BITS schreibt er regelmäßig Artikel und Kolumnen und ist zuständig für den Kontakt zu Partnern und Autoren.