„Designers in Residence“ beginnen ihre Arbeit im EMMA-Kreativzentrum

Designers in Residence 2020, von links: Maria Appleton, Jaspar Rogers, Mira Kim (Fotos: Privat)

Stipendien beginnen aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr bereits im Herbst. Nachwuchsdesigner arbeiten und leben drei Monate in Pforzheim.

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Freiraum, um eigene Ideen zu entwickeln, Impulse aus einem kreativen Umfeld sowie voll ausgestattete Arbeitsplätze im EMMA-Kreativzentrum Pforzheim bietet das internationale Stipendienprogramm „Designers in Residence“, das die Stadt Pforzheim in Kooperation mit der Hochschule Pforzheim und dem Design Center Baden-Württemberg seit 2016 jährlich ausschreibt. Drei internationale Nachwuchsdesigner werden eingeladen, drei Monate lang im EMMA-Kreativzentrum Pforzheim an ihren Projekten zu arbeiten.

Gleichzeitig startete auch der Aufenthalt der diesjährigen Stipendiaten in Pforzheim, der aufgrund der Corona-Pandemie vom Frühjahr auf den Herbst verschoben werden musste. Bis Ende November arbeiten die Textildesignerin Maria Appleton aus Portugal, der Industriedesigner Jaspar Rogers aus Großbritannien und die Schmuckdesignerin Mira Kim aus Südkorea im EMMA. „Insbesondere während der letzten Monate ist deutlich geworden, wie wichtig der direkte Austausch mit anderen Menschen und Kulturen für Designer ist. Umso mehr freut es uns, dass wir den Stipendiaten den Aufenthalt in diesem Jahr noch ermöglichen und das Stipendienprogramm im nächsten Jahr fortführen können“, sagt Almut Benkert, Fachbereichsleiterin Kreativwirtschaft beim Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim. „In dem nunmehr fünfjährigen Bestehen von Designers in Residence hat sich gezeigt, wie wichtig Designers in Residence für das internationale Ansehen Pforzheims als Designstandort ist, weshalb wir das Stipendienprogramm auch weiterhin gerne unterstützen“, ergänzt Stephan Scholl, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Pforzheim Calw, Goldsponsor von Designers in Residence.

Während schon die Suche nach den Stipendiaten für 2021 beginnt, haben auch die diesjährigen Designer ihre Arbeit im EMMA aufgenommen. Die Textildesignerin Maria Appleton aus Portugal möchte in ihrem Projekt neue Lebensweisen und Wohnformen im Raum durch den Einsatz flexibler textiler Strukturen erforschen und eine Installation entwickeln, die mit dem menschlichen Körper interagiert. Für ihre Installation will Maria Appleton nicht nur Textilien einsetzen, sondern mit verschiedenen Technologien arbeiten, um über eine rein visuelle Erfahrung hinauszugehen und den menschlichen Körper mit der Umgebung zu verbinden. Sie möchte hinterfragen, wie textile Strukturen die heutige Architektur beeinflussen können und wie sich dies in den nächsten Jahren verändern könnte.

Der Industriedesigner Jaspar Rogers aus Großbritannien möchte sich mit politischen Prozessen beschäftigen. Viele Menschen gehen gar nicht erst zu Wahlen, weil sie sich von den vorherrschenden Parteien nicht repräsentiert fühlen. Er fragt sich, ob dies an der Komplexität politischer Prozesse liegt und wie man dem entgegen wirken könnte. Aus diesem Grund möchte er ein interaktives Spiel entwickeln, bei dem sich der Spieler in die Rolle eines Politikers hineinversetzen kann.

Die Schmuckdesignerin Mira Kim aus Südkorea möchte sich während des Stipendiums mit Kontexten auseinandersetzen: Jede neue Information, die wir aufnehmen, wird durch unsere eigene Wahrnehmung und die damit verbundenen Vorannahmen bewertet. Dabei hängt unser Urteil nicht nur von der persönlichen Einstellung ab, sondern wird auch etwa durch historische und soziale Erfahrungen beeinflusst. Ihr Ziel ist es, Schmuckstücke zu schaffen, die eine Neubewertung von Informationen provozierten und die Realität des Betrachters infrage stellen.

Maria Appleton, Mira Kim und Jaspar Rogers sind noch bis zum 30. November 2020 in Pforzheim zu Gast. Die Projekte werden in diesem Jahr in Kooperation mit dem „Stattbad“ als virtuelle Ausstellung in der alten Männerschwimmhalle des EMMA präsentiert.

Bewerbungsfrist für 2021 startet

Bewerbungen für einen Aufenthalt in Pforzheim vom 1. April bis 30. Juni 2021 können ab sofort unter www.emma-pf.de/designers-in-residence/bewerbung eingereicht werden. Bewerbungsschluss ist der 15. November 2020.

Die Stadt Pforzheim lädt jedes Jahr in Kooperation mit der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Pforzheim und dem Design-Center Baden-Württemberg internationale Nachwuchsdesigner im Rahmen des Stipendiatenprogramms „Designers in Residence“ nach Pforzheim ein. „Designers in Residence“ richtet sich an Nachwuchsdesigner aus den Bereichen Schmuck-, Mode-, Accessoire- und Industriedesign. Insgesamt werden drei Stipendiaten zu einer dreimonatigen Arbeitsphase ins EMMA – Kreativzentrum Pforzheim eingeladen. Die Auswahl der Stipendiaten erfolgt durch eine Fachjury.

Den Stipendiaten stehen im Kreativzentrum voll ausgestattete Arbeitsplätze in den Werkstätten zur Verfügung sowie eine Unterkunft für den Zeitraum des Stipendiums. Bei Bedarf kann außerdem auf die Werkstätten der Hochschule Pforzheim zurückgegriffen werden. Zusätzlich erhält jeder Stipendiat eine monatliche Unterstützungsleistung und eine Erstattung der Reisekosten für An- und Abreise.

Das Projekt wird unterstützt von der Sparkasse Pforzheim Calw, C. Hafner, dem Rotary Club Pforzheim-Schloßberg, Witzenmann, La Biosthétique, Schofer Germany, der Klingel Gruppe und yellow design.

Über Besim Karadeniz 1850 Artikel
Besim Karadeniz (bka), Jahrgang 1975, ist Autor und Erfinder von PF-BITS seit 2016. Er ist beruflich selbstständiger Web-Berater und -Entwickler. Neben PF-BITS betreut er mehrere weitere Online-Projekte und kann auf einen inzwischen über 25-jährigen Online-Erfahrungsschatz zurückblicken. Neben der technischen Betreuung von PF-BITS schreibt er regelmäßig Artikel und Kolumnen und ist zuständig für den Kontakt zu Partnern und Autoren.