Corona-Grenzwert in Pforzheim und Enzkreis überschritten

Grafische Darstellung des Corona-Virus SARS_CoV-2 (Grafik: Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAMS)

Mehr als 50 bestätigten Neuinfektionen in Pforzheim und Enzkreis seit gestern. Kontaktverfolgung des Gesundheitsamts am Limit.

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Mit gleich 24 bestätigten Corona-Neuinfektionen in Pforzheim und 29 Fällen im Enzkreis haben beide Kreise den Corona-Grenzwert von 50 erreicht und überschritten. Die 7-Tage-Inzidenz, die die Zahl der Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen pro 100.000 Einwohner definiert, liegt in Pforzheim bei 52 und im Enzkreis bei 54. Die letzten vergleichbaren Werte in dieser Höhe gab es im April.

Kontaktverfolgung des Gesundheitsamts am Limit

Das Gesundheitsamt warnt, dass die Kontaktverfolgung, die das Gesundheitsamt bei corona-infizierten Personen vornimmt, aufgrund der stark angestiegenen Fallzahle inzwischen am Limit ist. Noch Anfang Oktober wurden vom Gesundheitsamt (7. Oktober) 385 Kontaktpersonen der Kategorie 1 gezählt, am heutigen Tag sind es bereits 844 und damit mehr als doppelt so viele Personen.

„Wir erreichen derzeit nicht alle Kontaktpersonen von Corona-Fällen noch am gleichen Tag“, sagt Dr. Brigitte Joggerst, Leiterin des Gesundheitsamts. Wer Kontakt mit einem positiv Getesteten hatte, solle daher zunächst zuhause bleiben und sich dort isolieren, insbesondere keinen Besuch empfangen.

Insbesondere bittet das Gesundheitsamt, von Anrufen abzusehen, wenn der Verdacht besteht, Kontaktperson einer Kontaktperson zu sein. Das gelte auch für Personen der Kategorie 1, die also Kontakt mit einem Corona-Infizierten hatten. Das Gesundheitsamt werde sich durch die Kontaktverfolgung bei Betroffenen bei Personen melden.

Kontaktpersonen der Kategorie 1, so definiert es das RKI, hatten Kontakt mit einem nachweislich mit Corona Infizierten. Wichtig ist dabei, wann dieser Kontakt stattgefunden hat: Höchstens zwei Tage vor dem Test bei asymptomatischen oder zwei Tage vor Auftreten von Symptomen bei infizierten Patienten – „noch früher sind Ansteckungen bislang nicht dokumentiert“, sagt Dr. Joggerst. Wichtig sei zudem die Art des Kontakts. Die Faustregel: Enger Kontakt, zum Beispiel in einem persönlichen Gespräch, mit weniger als 1,5 Metern Abstand und länger als 15 Minuten; oder der Aufenthalt mit einem Infizierten über einen längeren Zeitraum in einem engen oder schlecht gelüfteten Raum, beispielsweise bei Veranstaltungen oder beim Sport.

Zwei weitere Schulen mit Corona-Fällen

An der Johanna-Wittum-Schule sind 5 Schülerinnen und Schüler positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Auch an der Karl-Friedrich-Schule Eutingen gibt es bestätigte Corona-Fälle: Dort sind 2 Lehrkräfte positiv getestet worden. An beiden Schulen werden die Kontaktpersonen derzeit vom Gesundheitsamt kontaktiert; alle werden getestet und bleiben für 14 Tage ab letztem Kontakt zu den betroffenen Personen in häuslicher Quarantäne. Der Schulbetrieb läuft an beiden Schulen weiter.

Veranstaltungsabsagen

Aufgrund der Pandemiesituation werden nun auch immer mehr offizielle Veranstaltungen der Stadt abgesagt. Betroffen davon ist die Gedenkveranstaltung für die deportierten Juden nach Gurs, die am morgigen Donnerstag geplant war und die Verleihung des Pforzheimer Wirtschaftspreises, die am 12. November 2020 auf der Agenda stand. Dieser wird für dieses Jahr komplett abgesagt.

(Pressemitteilungen Stadt Pforzheim/Landratsamt Enzkreis/bka)

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