Delta-Variante des Corona-Virus auch in der Region auf dem Vormarsch

Grafische Darstellung des Corona-Virus SARS_CoV-2 (Grafik: Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAMS)

Nachverfolgung bleibt zentraler Teil der Pandemie-Bekämpfung des Gesundheitsamtes. Impfung auch bei Mutanten wirksam.

(Lesezeit: 3 Minuten)

Während die 7-Tage-Inzidenz in Pforzheim und im Enzkreis derzeit stabil unter 35 liegt, ist jedoch die Corona-Pandemie noch nicht vorbei. „Noch haben wir die Pandemie nicht hinter uns“, sagt Dr. Brigitte Joggerst, Leiterin des für Pforzheim und den Enzkreis zuständigen Gesundheitsamtes. Insbesondere die Ausbreitung der Delta-Variante, der ursprünglichen aus Indien stammenden Mutation des Virus‘, macht der Ärztin Sorgen.

„Wir sehen aktuell in England, wie schnell sich die Delta-Variante verbreitet“, so Joggerst. Das liege an einer höheren Infektiösität in Verbindung mit den dortigen Lockerungen. Nach Schätzungen von Experten liegt die Infektiösität dieser Mutation bis zu 40 % höher, als gegenüber der ursprünglichen Sars-CoV-2-Variante. In Baden-Württemberg liegt der Anteil der Delta-Mutation an den „besorgniserregenden Varianten“ mittlerweile bei über sechs Prozent. Im Enzkreis und in Pforzheim wurden bislang acht Fälle bestätigt, bei einigen weiteren steht das Ergebnis noch aus. Zum Vergleich: Anfang des Monats war noch kein einziger Fall registriert worden.

Neuere Studien deuten darauf hin, dass die Delta-Variante neben der höheren Infektiösität zusätzlich zu schwereren Verläufen führt, insbesondere auch mit häufigeren Krankenhausaufenthalten. Dazu kommt, dass Personen, die mit der Delta-Variante von Sars-CoV-2 infiziert sind, offenbar nicht nur eine deutlich höhere Viruslast aufweisen, sondern auch länger infektiös bleiben. Zudem ist ein Problem bei der Delta-Variante auch eine längere Zeit, bis ein Corona-Test positiv wird. „Wir empfehlen deshalb bei Verdacht den Kontaktpersonen, dass sie sich nach zwei bis drei Tagen erneut einem PCR-Test unterziehen, auch wenn der erste negativ war“, sagt die Gesundheitsamts-Chefin.

Nachverfolgung und Impfung bleiben wichtig

„Die Nachverfolgung von Kontakten bleibt ein zentraler Teil der Pandemie-Bekämpfung“, betont Brigitte Joggerst. Im Gesundheitsamt bilde sie nach wie vor einen Schwerpunkt. Allerdings habe man in der jüngsten Vergangenheit den Eindruck, dass Menschen eher sorglos mit der Meldung möglicher Kontaktpersonen seien. „Vielleicht möchte man nicht den Eindruck erwecken, man habe sich nicht ausreichend an die Regeln gehalten, vielleicht möchte man auch Freunden oder Kollegen die Quarantäne ersparen“, sagt sie, betont jedoch: „Man tut niemandem einen Gefallen, wenn sich womöglich eine Infektionskette entwickeln kann, die weitere Kreise zieht.“

Außerdem gilt auch weiterhin der Schutz durch eine Corona-Schutzimpfung. „Die bei uns zugelassenen Impfstoffe bieten auch gegen diese Mutante einen guten Schutz“, berichtet Brigitte Joggerst.

(bka, Pressemitteilung Landratsamt Enzkreis)

Über Besim Karadeniz 2615 Artikel
Besim Karadeniz (bka), Jahrgang 1975, ist Autor und Erfinder von PF-BITS seit 2016. Er ist beruflich selbstständiger Web-Berater und -Entwickler. Neben PF-BITS betreut er mehrere weitere Online-Projekte und kann auf einen inzwischen über 25-jährigen Online-Erfahrungsschatz zurückblicken. Neben der technischen Betreuung von PF-BITS schreibt er regelmäßig Artikel und Kolumnen und ist zuständig für den Kontakt zu Partnern und Autoren.