Freie Wähler/Unabhängige Bürger sorgen sich um Wasserschutzgebiet durch Skater-Anlage

Skater mit Skateboard (Symbolbild) Foto: Nadine Shaabana via Unsplash.com

Fraktion ist "kritisch" gegenüber Standort im Enzauenpark, sei aber offen für "nachhaltige Alternativen".

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Als „einige Nummern zu groß für den defizitären Pforzheimer Etat“ bezeichnet die Pforzheimer Gemeinderatsfraktion der Freien Wähler und Unabhängigen Bürger die geplante Skater-Anlage im Enzauenpark. Deren Standort wurde in einem Beteiligungsprozess unter anderem mit Kindern und Jugendlichen ausgelotet und es zeigte sich schon in der Auftaktveranstaltung, dass der Enzauenpark die Anforderungen, unter anderem in Sachen Lärmschutz und guter Erreichbarkeit, erfüllen könne. Nach Vorberatungen hatten sich kürzlich der Planungs- und Umweltausschus, die gemeinsame Sitzung des Sportausschusses und des Jugendhilfeausschusses sowie der Hauptausschuss für die Planung ausgesprochen. Eine endgültige Beschlussfassung zur Planung der Anlage steht für die nächste Gemeinderatssitzung am 17. Mai 2022 an.

„Pforzheim kann sich dieses Projekt aktuell nicht leisten“, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Thomas Goßweiler. Den Planungskosten folgten eine geschätzte Gesamtinvestition von 1,3 Millionen Euro, die aber „sicherlich“ nicht zum vorgesehenen Baubeschluss im Herbst 2023 reichen würden. „Pforzheim hat angestaute Planungen, die keinen Schritt voran gehen, wie unser Emma-Hallenbad und hier soll nun eine 7-stellige Summe in ein neues Projekt fließen“, so Fraktionskollege Carol Braun, der hinzufügt, dass die Skateanlage im Arlinger erst renoviert wurde und noch benutzt werden könne.

Entscheidung nur von Jungen und jungen Männern?

„Verwundert“ zeige sich Stadtrat Hans-Joachim Hägele, dass die Verwaltung auf Anfrage der Fraktion momentan keine Aussagen zu Folgekosten (Personal-/ Sachkosten), Bauzeit oder Anzahl der Nutzer der Anlage der Skater-Anlage geben könne. Diese seien, so Hägele, jedoch wichtig, um „die Dimensionen der Planung richtig zu gestalten“. „Auch konnte keine Angabe gemacht werden, ob unter den 35 Jugendlichen, die beim Beteiligungsprozess waren, Mädchen und junge Frauen waren, die die Skateanlage dann nutzen werden.“ Geklärt werden müsse auch, „inwieweit das ausgewiesene Wasserschutzgebiet langfristig in Mitleidenschaft gezogen werde“.

Die Fraktion stehe deshalb dem Projekt im Enzauenpark „kritisch“ gegenüber, sei aber offen für nachhaltige Alternativen und fordere von der Verwaltung „nicht nur eine Planung für eine Skater-Anlage, die dann aufgrund von Einwendungen des Regierungspräsidiums in der Schublade verschwindet“, sondern die Vorlage eines „für die Bürgerschaft, den Jugendgemeinderat und das Regierungspräsidium Karlsruhe transparentes und nachhaltiges Finanzierungskonzept 2024“ .

Besim Karadeniz
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