„Kultur am Beckenrand“ in Dillweißenstein

Raphael Mürles Figur "Oskar Schneider" beantwortet "Bürgerfragen" im Nagoldfreibad

Zum Einläuten in ein sonniges Frühsommer-Wochenende gab es am Freitag Kultur am Beckenrand im Nagoldfreibad.

(Lesezeit: 4 Minuten)

Sonnenschein, blauer Himmel und ein kühles Getränk in der Hand. Rund 180 Besucher folgten der Einladung des Fördervereins Nagoldfreibad ins gleichnamige Freibad und kamen am Freitagabend nach Dillweißenstein. Schon von weitem zeigten schwimmende und schwebende bunte Luftballons über blau schimmerndem Wasser, das von farbigen Lichtern angestrahlt wurde, wo es langgehen sollte.

Vor dem Kinderbecken wurden Klappstühle aufgestellt und ein wenig Kreuzfahrtschiff-Feeling kam auf. Die Profis der Freiluftveranstaltungen freilich erkannte man zuverlässig daran, dass sie gleich eine wärmende Decke mitbrachten. Auch wenn das sicherlich nicht in Sachen Stimmung so war: Die Sonne geht in Dillweißenstein nun eben etwas früher unter.

Das aber sorgte für nicht weniger Stimmung, denn im letzten Jahr musste die Veranstaltung wegen schlechten Wetters verschoben werden. Um so mehr freuen sich die Mitglieder des Fördervereins auf die rege Anteilnahme aus der Bevölkerung.

Gitarrist Matthias Hautsch hatte schon viele Auftritte, unter anderem auf dem Jazzfestival Montreux, beim Jazzfestival Basel und beim Hessen Jazzfestival. Er überzeugte das Publikum gekonnt mit seiner einfühlsamen Gitarrenmusik und seiner brillanten Zupftechnik. Wer auf richtig gute handgemachte Jazzmusik steht, kam bei ihm so richtig auf seine Kosten.

Raphael Mürle, der Mensch hinter der Figurentheater aus Brötzingen, übernahm. Oder besser gesagt: „Oskar Schneider“, seine beliebte, leicht griesgrämige Figur öffnete seinen kleinen Theatervorgang und beantwortete Fragen am „Bürgertelefon“. Auf humorvolle Weise erklärte Schneider die neuen Öffnungszeiten des Nagoldbades mit seinem eigens kreierten „MoDiVo“ (Montag und Dienstag vormittags) und „MiSoNa“ (Mittwoch bis Sonntag nachmittags) und seine Anrufer bekamen auch gleich erklärt, wie man sich als Rettungsschwimmer im Förderverein ehrenamtlich einsetzen kann.

Hans Draskowitsch, der seit Jahren bei regionalen Konzerten mit den unterschiedlichsten Künstlern auf der Bühne steht, begeisterte danach mit seinen Saxophonmelodien das Publikum und gab auch zusammen mit Matthias Hautsch eine spontane Einlage. Gefolgt von Jonas Gavriil, einem junger Sänger und Texter, der mit seinen frischen Liedern das Publikum begeistern kann und dieses auch mit wechselseitigem Singen mit ins Programm einbindet. Der Pforzheimer hatte sichtlich Spaß mit seiner Band bei dem Auftritt und wurde vom Publikum erst nach zwei Zugaben von der Bühne entlassen.

Müller kündigte Fortsetzung an

Jörg Müller, der erste „Vorschwimmende“ des Fördervereins, zeigte sich begeistert und zufrieden über die Veranstaltung. Er dankte allen Beteiligten und versprach, dass noch mehr solche Freiluft-Aktionen am Nagoldstrand stattfinden werden, wenn der Verein die Gestattung dafür bekommt. „Bei der Eröffnungsparty im Schellbronner Freibad waren am vergangenen Wochenende etwa 800 Besucher, so etwas würden wir gerne auch mal machen“, träumt Müller. Die Unterstützung seiner Mitstreiter des Fördervereins ist ihm sicher, jetzt gilt es nur noch, diverse Genehmigungen zu bekommen.

In diesem Sommer kommt mit dem Film „Beckenrand Sheriff“ eine deutsche Filmkommödie ins Freiluft-Kino im Nagoldfreibad und im September erstmalig der „Reuchlin PoetrySwim“, bei dem Poetinnen und Poeten auf der schwimmenden Bühne in den großen Dichter-Wettstreit in Form eines Poetry Slams ziehen.

Einen kulinarischen Einstand feierte auch Michael Daubner, der vielen als „Langos-Michl“ vom Wochenmarkt auf dem Turnplatz oder diversen Straßenfesten und Märkten bekannt ist. Er hatte mit seinem Team den Kiosk im Nagoldfreibad übernommen.

Weitere Bilder der Veranstaltung auf ritschratsch-klick.de.

Björn Fix
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Björn Fix (bf), Jahrgang 1970, passionierter Fotoreporter und ständiger Mitarbeiter bei PF-BITS seit der ersten Stunde. Als gut informierter, zuverlässiger und gern gesehener Zuschauer und Beobachter ist er vor allem zuständig für aktuelle und "fixe" Berichterstattungen aus der Region.