Wandernagelkreuz wieder im Rathaus ausgestellt

Roland Ganninger, Leiter des Nagelkreuzzentrums, übergibt ein Wandernagelkreuz als Leihgabe an Oberbürgermeister Peter Boch (Foto: Stadt Pforzheim/Ella Martin)

Wandernagelkreuz kann im Februar im Foyer des Neuen Rathauses besichtigt werden.

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Roland Ganninger hat als Vertreter des Nagelkreuzzentrums Pforzheim das Nagelkreuz von Coventry an Oberbürgermeister Peter Boch überreicht. Bis Anfang April steht es in einer Vitrine im Eingangsbereich des Neuen Rathauses und kann von interessierten Bürgerinnen und Bürgern besichtigt werden. „Das Pforzheimer Nagelkreuz trägt eine wichtige Botschaft der Versöhnung und des Friedens in unser Rathaus. Es erinnert uns an die schreckliche Zerstörung, die unsere Stadt vor vielen Jahren erleiden musste, und mahnt uns, für eine bessere Zukunft zusammenzustehen. Wir sind dankbar, dass dieses Nagelkreuz heute hier in Pforzheim ist und hoffen, dass es viele Menschen inspirieren wird“, so der Rathauschef in seiner Begrüßung.

In der Regel wechselt das Wandernagelkreuz jährlich seinen Standort, um den Versöhnungsgedanken an unterschiedliche Orte und in Institutionen zu tragen. Traditionell wird es etwa zwei Wochen vor dem 23. Februar im Neuen Rathaus ausgestellt. Zuvor verweilte es fast ein Jahr lang bei der evangelischen Kirchengemeinde Stutensee-Blankenloch, wo es auch noch ein weiteres Jahr bleiben wird. In diesem Jahr wird nicht das Wandernagelkreuz im Rathaus ausgestellt, sondern das Nagelkreuz aus der Evangelischen Stadtkirche, welches in einen originalen Mauerstein aus den Ruinen der Kathedrale in Coventry eingelassen ist.

Wandernagelkreuze als Symbol der Vergebung und des Neuanfangs

Nach der Zerstörung der Kathedrale von Coventry (England) am 14. November 1940 durch deutsche Bombenangriffe ließ der damalige Dompropst Richard Howard die Worte „FATHER FORGIVE“ (Vater vergib) in die Chorwand der Ruine einmeißeln. Außerdem ließ er drei große Zimmermannsnägel aus dem Dachstuhl der zerstörten Kathedrale zu einem Kreuz zusammensetzen. Dieses Original-Nagelkreuz steht auf dem Altar der neuen Kathedrale von Coventry – als Symbol der Vergebung und des Neuanfangs.

Ausgehend von dem Angriff der deutschen Luftwaffe die Stadt Coventry entstand ein weltweites Netz von Nagelkreuzzentren, deren Anliegen es ist, sich für Frieden und Versöhnung einzusetzen. In Pforzheim gibt es zwei Nagelkreuzzentren und drei Nagelkreuze. Im Jahr 1992 wurde der damaligen Evangelischen Kirchengemeinde in Huchenfeld für die Aufarbeitung der dortigen Geschehnisse im März 1945 ein Nagelkreuz verliehen. Das Pforzheimer Nagelkreuz wurde am 23. Februar 2005, dem 60. Jahrestag der Zerstörung Pforzheims, durch den früheren Propst von Coventry, Very Reverend John Petty, an die Evangelische Stadtkirche Pforzheim übergeben. Am 21. Februar 2010 erhielt das Nagelkreuzzentrum Pforzheim ein zusätzliches Wandernagelkreuz. Es wird in der Regel an Kirchengemeinden und kirchliche Institutionen vorwiegend in Pforzheim und im Umland, aber auch darüber hinaus für ein bis zwei Jahre weitergegeben. Es wird in Andachten, Gottesdiensten, im Religionsunterricht und darüber hinaus verwendet, soll und kann aber auch Aufhänger für Gespräche und Diskussionen sein.

Quelle(n): pm

Besim Karadeniz
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