Frösche und Kröten wieder auf Wanderschaft

Erdkröten (Foto: Stadt Pforzheim)

Amphibienschutzaktion 2019 beginnt. Mehrere Straßen mit temporären Geschwindigkeitsbegrenzungen und Sperrungen.

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Wenn der Winter allmählich ausklingt, steigen die Temperaturen auch in den Böden und Winterverstecken der heimischen Amphibien (Frösche, Kröten, Molche, Salamander). Allmählich erwachen sie wieder aus ihrer Winterstarre und bereiten sich auf ihre alljährliche, zum Teil mehrere Kilometer weite Wanderschaft zu ihren Laichgewässern vor. Amphibien verbringen bestimmte Lebensphasen im Wasser und an Land. Um Nachkommen zu zeugen, müssen sie stehende und langsam fließende Gewässer aufsuchen.

Nach der Laichzeit verlassen die Amphibien das Gewässer wieder und wandern sukzessive zurück in ihren Jahreslebensraum. Wichtige Laichgewässer im Stadtkreis Pforzheim sind zum Beispiel im Enzauenpark, der Seehaus-See und der Herrmannsee. Aber auch viele kleine Bachläufe und Tümpel sind Ziel kleinerer Wandergruppen.

Sobald die Abend- und Nachttemperaturen mindestens plus fünf Grad  anzeigen, genügend Feuchtigkeit vorhanden ist und die Böden wieder vollends aufgetaut sind, werden die Amphibien wieder aktiv. Da sie in der Regel auf ihre angestammten Laichgewässer geprägt sind, wandern sie nur in bestimmten Korridoren dorthin. Ist das Frühjahr – wie in den letzten Jahren häufiger vorgekommen – sehr trocken, dann müssen die Amphibien erzwungenermaßen auch bei fehlender Luftfeuchtigkeit wandern, zum Teil sogar auf dem Weg zum eigentlichen Laichgewässer in Restwasservorkommen „notlaichen“. Dies bedeutet enormen Stress für die in ihrem Bestand bedrohten und deshalb geschützten Tierarten.

Die meisten der bei uns wandernden Amphibienarten führen sonst ein wenig beachtetes Leben in Wäldern, Gärten, in Hecken und Lesesteinwällen, an Gewässern. Aber wenn sich die Tiere auf den Weg zu ihren Laichgewässern machen, kommen sie verstärkt in unser Bewusstsein. Insbesondere wenn die Tiere gezwungen sind, vielbefahrene Verkehrswege zu queren, stellen die Tiere Hindernisse dar und irritieren manchen Autofahrer.

Müssen die Tiere auf ihrer Wanderschaft viel befahrene Verkehrswege queren, werden leider viele Tiere von Fahrzeugen überfahren oder erleiden tödliche Verletzungen durch den von schnell vorbeifahrender Fahrzeuge erzeugten Unterdruck. An verschiedenen Wanderwegen werden sie zum Glück durch fest eingerichtete Leitanlagen (wie am Seehaus) sicher unter der Straße hindurchgeführt, vielerorts werden sie von Amphibienschutzzäunen aufgehalten, von ehrenamtlichen Tierschützern geborgen, über die Gefahrenzone getragen und auf der anderen Straßenseite wieder ausgesetzt, damit sie selbständig ihren weiteren Wanderweg fortsetzen können.

In Pforzheim beteiligen sich neben dem örtlichen Naturschutzbund Deutschland (NABU) wieder verschiedene städtische Ämter und viele Einzelpersonen an dieser Amphibienschutzaktion, die wie in den vergangenen Jahren auch vom Amt für Umweltschutz der Stadt Pforzheim zusammen mit dem NABU Pforzheim-Enzkreis koordiniert wird. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sammeln während der Wanderzeit die Tiere zumeist früh morgens und später am Abend entlang der Zäune ein und bringen sie sicher über die Straße. Nicht nur bei idealen Wanderbedingungen sondern aus Sicherheitsgründen durchgehend müssen die Schutzzäune abgegangen werden.

Schlechte Sicht in der Dunkelheit vermindert dann natürlich die Verkehrssicherheit. Zum Schutz der Helfer und der Fahrzeuglenker sind an manchen Stellen deshalb Geschwindigkeitsbegrenzungen unverzichtbar. In der Zeit von 17.30 bis 7 Uhr morgens ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf den betroffenen Straßen auf 30 Stundenkilometer begrenzt. Die Autofahrer müssen – auch zu ihrem eigenen Schutz – unbedingt Rücksicht nehmen!

Temporäre Geschwindigkeitsbegrenzungen an mehreren Straßen

Im Zeitraum Februar bis April werden in Pforzheim an folgenden Straßenabschnitten Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Tempo 30 (teilweise mit Zusatzzeichen 17.30 bis 7 Uhr) und mit Warnzeichen „Amphibienwanderung“ (Krötensymbol) eingerichtet werden:

  • Kanzlerstraße zwischen Einmündung Straße „An der Schindersklamm“ und Wasserwerk Friedrichsberg
  • Straße „An der Schindersklamm“ ab Ortsausgang Mäuerach bis Einmündung Kanzlerstraße
  • Klingenstraße von der Einmündung Kirschenpfad bis zum Beginn des Gewerbegebietes Klingenstraße
  • Würmstraße in Huchenfeld (K 9805) zwischen Einmündung Unterer Hardtweg und Einfahrt zur ehemaligen Erddeponie.
  • Kirschenpfad im Bereich Seehaus am Beginn des Amphibienschutzzauns vor der Zufahrt zum Seehaus-Parkplatz.

Folgende Straßensperrungen werden in der Zeit vom 1. Februar bis 30. April wieder durchgeführt:

  • Eutinger Sträßchen zwischen Seehaus und Wurmberger Straße ab der Abzweigung zur Lettenbrunnenhütte (auch tagsüber)
  • In Büchenbronn der Waldweg direkt westlich der Gaststätte Herrmannsee – witterungsabhängig in der Zeit von 17.30 und 7 Uhr
  • Im Bereich Krebspfad der Erschließungsweg mit der Flurstücksnummer 4791 zwischen den Flurstücken 4846/4724 und 4714 am Regenrückhaltebecken der Autobahn BAB 8. Dieses Wasservorkommen ist für mehrere Hundert Erdkröten und Molche ein lebenswichtiges Laichgewässer!

Aufgrund stärkerer Wanderbewegungen werden zusätzlich an verschiedenen Streckenabschnitten Warnschilder aufgestellt (z.B. am Rennbachweg in Eutingen, im Herrenstriet). Rücksichtsvolle Autofahrer sind gute Vorbilder für Kinder und Jugendliche! Rücksichtnahme ist praktizierter Tierschutz!

Umfangreiche Informationen über die Amphibien in Pforzheim bietet das Amt für Umweltschutz im Internet unter www.pforzheim.de wieder an. Unter Stadt/Umwelt & Natur/Umwelt aktuell/Amphibienschutzaktion 2019 können diese Informationen nachgelesen werden. Allgemeines zum Thema „Amphibien“ sind unter Stadt/Umwelt & Natur/ Naturschutz/Artenschutz/Amphibien hinterlegt. Hier steht auch die Broschüre „Amphibien in Pforzheim“ zum Lesen bzw. Download bereit.

Wer die Wanderung der Amphibien direkt selbst miterleben und bei den Schutzaktionen helfen möchte, kann sich z.B. telefonisch beim Amt für Umweltschutz unter Tel. 07231-39-2000 oder beim NABU Pforzheim-Enzkreis unter der Telefonnummer 07231-45 500 45 (Gerold Vitzthum) melden. Helfer werden immer dringend gesucht!

(Pressemitteilung Stadt Pforzheim)

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Besim Karadeniz (bka), Jahrgang 1975, ist Autor und Erfinder von PF-BITS seit 2016. Er ist beruflich selbstständiger Web-Berater und -Entwickler. Neben PF-BITS betreut er mehrere weitere Online-Projekte und kann auf einen inzwischen über zwanzigjährigen Online-Erfahrungsschatz zurückblicken. Neben der technischen Betreuung von PF-BITS schreibt er regelmäßig Artikel und Kolumnen und ist zuständig für den Kontakt zu Partnern und Autoren.