Enzkreis will zwei Quarantäneeinrichtungen von Müller-Fleisch-Mitarbeitern schließen

Müller Fleisch in Birkenfeld/Enzkreis

Nur noch das Hohenwart Forum soll weiterbetrieben werden. Zweite Reihentestung aller Müller-Fleisch-Mitarbeiter läuft.

(Lesezeit: 3 Minuten)

Vor mehr als zwei Wochen war bei der ersten Reihentestung aller Mitarbeiter von Müller Fleisch rund 330 Mitarbeiter positiv auf das Corona-Virus SARS-CoV-2 getestet worden. Eine Vielzahl der vornehmlich aus dem osteuropäischen Raum stammenden Gastarbeiter konnten aufgrund ihrer Wohnsituation in Wohngemeinschaften und Sammelunterkünften keine ordnungsgemäße Quarantäneregeln einhalten, weshalb der Enzkreis und die Stadt Pforzheim kurzfristig drei Quarantäneeinrichtungen im Hohenwart Forum, im Queens Hotel in Niefern-Öschelbronn und im Reha-Zentrum in Schömberg angemietet hatte. Nach Angaben des Enzkreises wurden in diesen Einrichtungen, die für bis zu 240 Personen ausgelegt waren, in der Spitze 161 Personen gleichzeitig einquartiert. Gegenüber Medien wurde als Zahlenkorridor für die Kosten der Quarantäneunterbringung eine Kalkulation von wöchentlich 200.000 bis 250.000 Euro „bei Vollbelegung“ mitgeteilt.

Zwei der Unterkünfte leeren sich bereits wieder, da die Menschen „zunehmend genesen“ und deren zweiwöchige Quarantänezeit ende. Daher soll spätestens ab Mitte nächster Woche nur noch das Hohenwart Forum als Quarantäneeinrichtung aufrechterhalten werden.

Hier sollen dann auch die Mitarbeiter einquartiert werden, die in der derzeit laufenden zweiten Reihentestung positiv auf SARS-Cov-2 getestet werden. „Bisher liegen uns gut ein Drittel der Testergebnisse vor, davon sind knapp über zehn Prozent Infizierte“, erklärt die Leiterin des Gesundheitsamtes Dr. Brigitte Joggerst. Sie rät jedoch zur Vorsicht: „Erst wenn die Ergebnisse aller rund 900 Tests dieser zweiten Runde vorliegen, werden wir wissen, ob das Gesamtergebnis diesen Trend bestätigt.“ Damit rechnet man im Landratsamt Anfang kommender Woche. Erster Landesbeamter Wolfgang Herz, der im Landratsamt den Verwaltungsstab Corona leitet, geht davon aus, dass es noch kurzfristig zusätzlicher Auflagen für die Betriebsführung bedarf, um das Infektionsgeschehen auf ein absolutes Minimum zu reduzieren.

Landrat dankt Helfern

Einen ausdrücklichen Dank spricht Landrat Bastian Rosenau der Deutsch-Rumänischen, der Deutsch-Ungarischen und der Deutsch-Polnischen Gesellschaft aus. „Alle drei haben uns bei der Betreuung ihrer in den Quarantäne-Einrichtungen untergebrachten Landsleute mit Übersetzungen und Botengängen oder Einkäufen hervorragend unterstützt“, so Rosenau. „Damit haben sie sicher ihren Beitrag dazu geleistet, dass es in keinem der drei Unterkünfte zu nennenswerten Schwierigkeiten kam. Dankbar sind wir natürlich auch dem Roten Kreuz, das die ambulante Betreuung vor Ort übernommen hatte, sowie den engagierten Ärzten für die medizinische Betreuung vor Ort.“ Den allermeisten Menschen gehe es gut, lediglich zwei seien noch zur stationären Behandlung im Krankenhaus.

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