Pforzheimer Corona-Schnelltestzentrum läuft

Organisieren das Corona-Schnelltestzentrum Pforzhem, von links: Marcus Mürle und Robin Stephan (beide M&S Trading), Franz Weiss (1. Vorsitzender DRK-Ortsverein Pforzheim), Marco Nabinger (IT-Leiter Rutronik)

Privatwirtschaftliche Macher des Testzentrums planen weitere Testzentren im Enzkreis.

(Lesezeit: 4 Minuten)

Zwischen 4.500 und 5.000 Tests hat das Corona-Schnelltestzentrum seit letzten Montag auf dem Messplatz bereits durchgeführt, wie Mitorganisator Robin Stephan sagt. Und von diesen Tests seien immerhin auch schon sieben positive Treffer erkannt und an das Gesundheitsamt vermittelt worden. Stephan betreibt zusammen mit seinem Compagnion Marcus Mürle – beide tätig in einem jungen Unternehmen in Pforzheim zur Beschaffung von persönlicher Schutzausrüstung – das Testzentrum zusammen mit der Ispringer Firma Rutronik. Von dort kommen unter anderem die IT-Dienstleistungen und zukünftig auch eine App, wie IT-Leiter Marco Nabinger erklärt und einen Vorläufer auch gleich auf dem Smartphone zeigt. Zusätzlich zeigt sich Rutronik auch für das Qualitätsmanagement verantwortlich und liefert organisatorische und logistische Hilfe, unter anderem über eigene Kontakte nach China, um auch dort direkt vor Ort benötigte Ware zu organisieren. Unterstützt wird das Team zusätzlich vom DRK-Ortsverein Pforzheim, der für die Ausbildung des Personals sorge.

Alle Beteiligte treibt die Motivation, mit ihrem Testzentrum die Nutzung von Schnelltests in Pforzheim zu erleichtern, damit auch so Gastronomie und Handel wieder geöffnet werden könnten. Dazu nutzen sie vor allem auch die eigenen Beschaffungsmöglichkeiten für Schutzausrüstung und vor allem für Schnelltests, die auch heute noch schwer zu organisieren sind. Der Import von zwei Millionen Tests kosteten 500.000 Euro, allein für den Versand, so Stephan.

Bis zu 200 Tests pro Stunde

In aktuell fünf Teststraßen für Autos und zwei Durchgängen für Fußgänger und Radfahrer können insgesamt über 200 Schnelltests pro Stunde durchgeführt werden. In einem Zweischichtbetrieb ist das Testzentrum derzeit von Montag bis Freitag von 7 bis 20 Uhr und am Samstag von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Auch über die Osterfeiertage wird das Testzentrum jeweils von 10 bis 16 Uhr geöffnet sein, um kurzfristige Schnelltests im Vorfeld von Familientreffen zu ermöglichen.

Nach einer Registrierung erhalten die Testpersonen einen QR-Code, der beim eigentlichen Nasenabstrich gescannt wird. Der Abstrich selbst wird aus dem vorderen Nasenbereich genommen und sei daher angenehm. Nach dem Abstrich können die getesteten Personen wieder das Testzentrum verlassen, während der Test direkt auf dem Messplatz durchgeführt und ausgewertet wird. Das Ergebnis wird dann anhand des QR-Codes mit der jeweiligen Testperson identifiziert und das Ergebnis der Person entsprechend mitgeteilt. Ein negativer Selbsttest ist zwar immer nur eine Momentaufnahme, dennoch tauge dieser Testbescheid auch als kurzfristiger Nachweis beispielsweise für einen Flug. Vor Ort zeigt sich das Abstrichteam bereits sehr routiniert und auch die Abwicklung der Tests funktioniert.

Zukünftig soll bei einem positiven ausfallenden Schnelltest auch der genauere PCR-Test auf dem Messplatz durchgeführt werden können. Ein hierzu erforderlicher Arzt befände sich derzeit noch in der Impfzeit, da dieser ja ausschließlich mutmaßlich infizierten Personen arbeite und man das Risiko so klein wie möglich halten wolle.

Weitere Testzentren im Enzkreis geplant

Neben dem Testzentrum in Pforzheim sind auch weitere Testzentren im Enzkreis geplant, sagt Nabinger. Hierzu stehe man mit Bürgermeistern bereits im Gespräch und avisiere beispielsweise in Eisingen, Ispringen und Neuenbürg entsprechende Teststandorte. Auch diese werden unabhängig von dortigen Behörden betrieben und auch dort trete man in Vorleistung, so Nabinger. Mit rund 1,5 Millionen Euro kalkuliere man für sechs Wochen, abgerechnet würden die Tests direkt mit der Kassenärztlichen Vereinigung. Für die Testpersonen indes gibt es keine Kosten, zwei Schnelltests pro Person und pro Woche sind kostenlos. Für Unternehmen, die ihre Belegschaft testen lassen wollen, bietet das Testzentrum eigene Zeitfenster an.

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Besim Karadeniz (bka), Jahrgang 1975, ist Autor und Erfinder von PF-BITS seit 2016. Er ist beruflich selbstständiger Web-Berater und -Entwickler. Neben PF-BITS betreut er mehrere weitere Online-Projekte und kann auf einen inzwischen über 25-jährigen Online-Erfahrungsschatz zurückblicken. Neben der technischen Betreuung von PF-BITS schreibt er regelmäßig Artikel und Kolumnen und ist zuständig für den Kontakt zu Partnern und Autoren.