Mehrheit der infizierten Müller-Fleisch-Mitarbeiter wieder genesen

Müller Fleisch in Birkenfeld/Enzkreis

Noch rund 120 Infizierte Mitarbeiter in Quarantäne. Zahl der Neuinfizierten außerhalb von Müller Fleisch "sehr erfreulich" im niedrigen einstelligen Bereich.

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Von den 399 Mitarbeitern bei Müller Fleisch, die sich in den letzten Wochen mit dem Corona-Virus Sars-Cov-2 infiziert hatten und seit dem 7. April 2020 positiv getestet wurden, gelten mittlerweile 283 Personen wieder als genesen, wie das Landratsamt Enzkreis und Müller Fleisch übereinstimmend mitteilen. Neben den kürzlich neu identifizierten Virusträgern stehen noch gut 30 Personen aus der ersten Testreihe unter häuslicher Quarantäne oder sind in der temporären Quarantäneeinrichtung im Hohenwart Forum untergebracht. „Bei ihnen musste die Quarantäne verlängert werden, weil sie noch nicht symptomfrei waren“, wie Gesundheitsamts-Leiterin Dr. Brigitte Joggerst sagt.

Sehr erfreulich sei die Zahl der Neuinfizierten außerhalb des Birkenfelder Fleisch-Betriebs, so die in der Mitteilung weiter. Diese Zahl bewege sich in den letzten Tagen im niedrigen einstelligen Bereich; je zwei neue Fälle registrierte das Amt am Dienstag und Mittwoch in Pforzheim und dem Enzkreis zusammen. „Diese Zahlen zeigen mehr als deutlich: Unsere Strategie geht auf“, ist Bastian Rosenau überzeugt. Kern dieser Strategie war mit einer „Arbeitsquarantäne für sämtliche 1.100 Müller-Fleisch-Mitarbeiter die Schaffung eines geschlossenen Systems, wobei die nicht Infizierten zur Arbeit gehen konnten, aber weder den ÖPNV nutzen noch einkaufen gehen durften. Die Zeit habe man genutzt, um „den Betrieb in Betrieb zu analysieren“, so Rosenau.

Man warte nun auf einen „Pandemieplan 2.0“, den Müller Fleisch diese Woche noch vorlegen wolle und den „wir übers Wochenende intensiv anschauen und prüfen werden“, so Verbraucherschutzdezernent Daniel Sailer. Mit dem Personal des Verbraucherschutz- und Veterinäramtes sei man „rund um die Uhr bei Müller Fleisch“ und richte dabei das Augenmerk verstärkt auf die hygienischen Zustände. Mit dem Plan von Müller Fleisch verbindet man die Hoffnung auf einen generellen Richtungswechsel in der Fleischindustrie: „Wir müssen nachhaltig denken und brauchen eine langfristige Lösung, damit das gleiche nicht in sechs Monaten wieder passiert“, so Landrat Rosenau schon Anfang der Woche und dabei ausdrücklich die Unterbringungssituation eingeschlossen: „Wir wissen, dass die Wohnverhältnisse die Infektionsketten fördern.“

Allerdings gebe die Gesetzeslage in Baden-Württemberg den Kommunen – anders als in anderen Bundesländern – nur wenig Handhabe, um einzuschreiten. Wenn es jedoch eine Möglichkeit gebe, dann tue man auch etwas: „In dieser Woche haben wir die Schließung einer Gemeinschaftsunterkunft in einer Kreis-Gemeinde angeordnet“, sagt Wolfgang Herz. Dort, so hatte sich herausgestellt, lebten 30 Menschen in einem einzigen älteren Einfamilienhaus. Für sie müssen die Subunternehmer nun bis spätestens kommenden Montag eine neue Bleibe gefunden haben.

(Pressemitteilung Landratsamt Enzkreis/bka)

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