Auch SPD reagiert auf geplanten Querdenker-Auftritt – und kritisiert Kubisch

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SPD-Chef Müller kritisiert auch Äußerung von Stadtrat Andreas Kubisch zu angeblichem Kritikverbot in Deutschland.

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„Ich erwarte von Herrn OB Boch, seine Entscheidung zum Auftritt des Querdenkers Uli Masuth noch mal zu überdenken, sagt Martin Müller, Vorsitzender der SPD Pforzheim. Müller reagiert damit, nach Kritik von Pforzheimer Bündnissen, ebenfalls auf den geplanten Auftritt des umstrittenen „Querdenker-Kabarettisten“ Uli Masuth im Februar im CongressCentrum, während eine Veranstaltung im Ettlinger Schloss von Seiten der Stadtverwaltung untersagt wurde.

Ein paar Blicke in das Programm des Künstlers reichten, so Müller, „um die perfide Art und Weise zu erkennen wie Herr Masuth ’seine Wahrheit‘ versucht an das Publikum zu bringen.“ Dabei bediene sich Masuth „auch gerne mal der Täter-Opfer-Umkehr“. In Richtung von Oberbürgermeister Peter Boch sagte Müller: „Ich wünsche mir, dass Herr Boch solche Dinge genauso beherzt angeht wie die Sicherung des Selfie Points. Sich hinter der künstlerischen Freiheit weg zu ducken, ist zu einfach.“

„Sorgen“ um Aussagen von Stadtrat Andreas Kubisch

Auch auf Stadtrat Andreas Kubisch kam Martin Müller zu sprechen. Kubisch ist der Vertragspartner des CongressCentrums und hat die Veranstaltung mit Uli Masuth gebucht. Kubisch, gebürtiger Thüringer, äußerte gegenüber dem „Pforzheimer Kurier“ auf Nachfrage zur Veranstaltungsbuchung, dass man „keine Kritik mehr äußern“ dürfte und es in der DDR „lange nicht so schlimm wie jetzt hier bei uns“ sei.

„Heute darf man keine Kritik mehr äußern. Ob sie berechtigt ist oder nicht, ist eine andere Frage. In der DDR war es lange nicht so schlimm wie jetzt hier bei uns.“

Stadtrat Andreas Kubisch auf bnn.de vom 4. Januar 2024

Diese Aussage, so SPD-Chef Müller, sei „ein Schlag ins Gesicht aller Menschen“, die in der DDR verfolgt, eingesperrt oder gar umgebracht wurden. „Herr Kubisch sollte mal das DDR Museum besuchen, um die Dinge wieder klar zu sehen. Gerade im Jahr der Kommunalwahlen braucht es ein mutiges Vorgehen gegen alle, die demokratiefeindliches, rechtsradikales oder antisemitisches Gedankengut verbreiten wollen“, so Müller abschließend.

Besim Karadeniz
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Besim Karadeniz (bka), Jahrgang 1975, ist Autor und Erfinder von PF-BITS seit 2016. Er ist beruflich selbstständiger Web-Berater und -Entwickler. Neben PF-BITS betreut er mehrere weitere Online-Projekte und kann auf einen inzwischen über 25-jährigen Online-Erfahrungsschatz zurückblicken. Neben der technischen Betreuung von PF-BITS schreibt er regelmäßig Artikel und Kolumnen und ist zuständig für den Kontakt zu Partnern und Autoren.